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Freitag, 5. Februar 2016

Vom Suchen und Finden Gottes


"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft mach atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg, Quantenphysiker und Nobelpreisträger für Physik 1932

"Wenn wir aufrichtig sind - und Wissenschaftler haben es zu sein - dann müssen wir zugeben, daß Religion nur ein Gewirr aus falschen Annahmen ist ohne jede Stützung durch die Realität. Die Vorstellung von Gott selbst ist ein Produkt der menschlichen Phantasie. […] Wenn Religion immer noch gelehrt wird, dann keinesfalls weil uns ihre Konzepte noch immer überzeugen würden, sondern einfach weil manche von uns die niederen Klassen gerne ruhig halten möchten. Ruhige Menschen sind viel einfacher zu regieren als Lärmende, Unzufriedene. Und sie sind auch viel leichter auszubeuten."
Paul Dirac, Quantenphysiker und Nobelpreisträger für Physik 1933

Und wenn man daraus etwas lernt, dann, daß man der wissenschaftlichen Expertise bei der Beurteilung von Religion auch nicht mehr Bedeutung beimessen muß als einer halbwegs gesunden Portion Menschenverstand.
Das nur, falls mal wieder irgendwo, in der Zeit oder so, irgendein Wissenschaftler mit imposanter Professur für HastDuNichtGesehen seine abgrundtiefsinnige Meinung zu Gott raushauen darf...

Montag, 25. Januar 2016

Christentum für Neuabendländer

In diesen politisch bewegten Zeiten finden sich in Deutschland immer mehr Menschen zusammen, die erstmals mit dem christlichen Abendland, seinen Werten, seiner Religion und Kultur in Berührung kommen. Oftmals kommt es dabei aus Ahnungslosigkeit und Unkenntnis zu bedauerlichen Mißverständnissen und Schwierigkeiten, ein gesellschaftlich angemessenes Verhalten an den Tag zu legen. Ein Weg, unangenehmen Situationen vorzubeugen und das Zusammenleben in Deutschland zu erleichtern, besteht im Erstellen von Flyern und kleinen Informationsbroschüren, die über die hiesige Kultur und ihre Gepflogenheiten aufklären. Da möchte DWüdW, stets im Dienste für den Frieden und die Freundschaft zwischen allen Völkern und Nationen (außer Frankreich), einen bescheidenen Beitrag leisten und eine kleine und handliche Übersicht über den christlichen Glauben bereitstellen. Für manch einen Neuabendländer mag diese kompakte Einführung nützlich sein, und vielleicht kann auch der ein oder andere Flüchtling davon profitieren…

Christliche Kultur kompakt


1. Geschichte
Die Geschichte des Christentums ist nicht weiter kompliziert und schnell erzählt. Es begann vor langer Zeit mit einer kleinen Weltuntergangssekte für Ziegenhirten in einem nahöstlichen toten Winkel des römischen Reichs. Kein gebildeter und zivilisierter Mensch dieser Zeit, als solcher ohnehin eher in Alexandria, Athen oder Rom zu hause, hätte diesen Unsinn auch nur für eine Sekunde ernst genommen. Es mag heute schwer vorstellbar sein, aber in der antiken Welt hatte das junge Christentum in etwa ein Standing wie es heute eine UFO-Sekte aus Erfurt hätte. Allerdings hatte die neue Religion einen entscheidenden Pluspunkt: Pflegten andere Religionen Stärke und Macht zu bevorzugen und sich um Herrscher und Helden zu sorgen, lehrte das Christentum dagegen all die Verlierer, Habenichtse und Vergessenen der Welt, dass dem Schöpfer des Universums gerade an ihnen besonders viel läge. Und da aus irgendeinem komischen, noch von keinem eminenten Denker bisher analysierten Grund die Verlierer, Habenichtse und Vergessenen überall und immerfort den größten Teil einer Gesellschaft ausmachen, fand die christliche Lehre den idealen Nährboden für ihre Ausbreitung.
Als dann im frühen 4. Jahrhundert ein junger, aufstrebender Usurpator namens Konstantin unter Einbeziehung der militärischen Option nach der Macht im ganzen römischen Reich griff, da fragte er sich, wie er seine Soldaten zu robusten Maßnahmen zur Stabilisierung der Sicherheitslage gegen einen zahlenmäßig überlegenes Heer ordentlich motivieren könnte. Er entschied sich für ein christliches Symbol als brandneues Feldzeichen, faselte irgendwas von einer Vision, und tatsächlich kam er mit der Nummer durch. Er gewann, eher wegen eines strategischen Patzers seines Gegners als mit göttlicher Hilfe, die Schlacht an der Milvischen Brücke, die Welt wurde die seine, und der Aufstieg des Christentums von einer drolligen Weltuntergangssekte hin zu einer die Menschheitsgeschichte prägenden Macht war nicht mehr aufzuhalten.

2. Lehre
Die Einzelheiten der christlichen Lehre sind, wie bei Weltuntergangs- und UFO-Sekten ja nicht unüblich, etwas verworren und mitunter bizarr. Das macht aber weiter nichts, die meisten Christen kennen die Details auch nicht, von Verstehen gar nicht erst zu reden. Im Wesentlichen zeichnet sich das Christentum durch eine tief verwurzelte Friedfertigkeit und Menschenliebe aus, so lehrt die Heilige Schrift z.B.
"Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen"
Mt 5, 44
"Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin."
Mt 5, 39

Man muss sich den Christen also in etwa so friedfertig und harmlos vorstellen wie einen Buddhisten im Coffee-Shop. Nun mag man sich schon fragen, wie eine Religion mit einer so rückgratlosen Weicheier-Agenda jemals zur erfolgreichsten Religion der Welt hat aufsteigen können? Dies liegt an einer bemerkenswert hohen Adaptionsfähigkeit des christlichen Denkens. Dienten die Christen zur Zeit, als sie über keinerlei politische Macht verfügten, unter Lobpreisungen des Herrn noch bereitwillig als Löwenfutter, erklärte Papst Gregor I, im 6. Jahrhundert in einer soliden Machtposition, dass man Ungläubige ruhig solange foltern könne, bis sie die Wahrheit der christlichen Friedensbotschaft endlich erkennen. Bei der Eroberung der Amerikas tauften die Pfaffen die Einheimischen erst bevor die Konquistadoren sie dann erschlugen. So erretteten sie deren unsterblichen Seelen und es kam zu dem positiven Nebeneffekt, dass die so Erretteten ihrer irdischen Reichtümer nicht länger bedurften, so dass man diese getrost an sich nehmen konnte.
Dem modernen Betrachter mag es schwer vorstellbar sein, dass die Christen diese menschenverachtende Heuchelei wirklich geglaubt haben. Man sollte aber bedenken, dass heutige Christen auch ernsthaft glauben, ihre Armeen bombardierten andere Länder der Welt nur, um die Menschen dort von Tyrannei und Elend zu erretten. Und dass der Zugriff auf die dortigen Öl- und Gasvorräte höchstens ein Nebeneffekt sei zur bescheidenen Gegenfinanzierung der geleisteten Wohltaten.

3. Haltung zu Flüchtlingen
Die Bibel ist voll von zentralen Figuren mit Migrationserfahrungen. Abraham ist als Armutsflüchtling nach Ägypten gegangen, der menschgewordene Gott ist in seiner Daseinsform als Baby-Jesus vor einer politisch motivierten Säuberungswelle mit seiner Mutter und deren Ehemann ins Ausland geflohen und die Urchristen sind andauert vor religiöser Verfolgung abgehauen. Da ist es nur konsequent, daß die Bibel von Anfang bis Ende eine durchgehend positive Haltung gegenüber Flüchtlingen einnimmt, z.B.:
"Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott."
3. Mose, 19, 34

Ja, da lässt das Wort Gottes des Allmächtigen zur Abwechslung mal wenig Spielraum für Interpretationen. Er verzichtet auf jede Art von Einschränkungen wie "sofern sich die Fremden integrieren", "bis eine Obergrenze erreicht ist" oder "sofern die Fremden den örtlichen Fussballverein in die Champions League schiessen". Es ist daher kaum denkbar, dass ein christliche Politiker auf die Idee käme, durch irgendwelche einschränkenden Forderungen den Willen Gottes infrage zu stellen.

Ebenfalls eher unchristlich ist die Idee der Kollektivschuld und Kollektivstrafe. Die christliche Kultur betont sehr die individuelle Verantwortung und ggf. Schuld, was sich zum Beispiel in Abrahams Konversation mit Gott anlässlich der angedachten Zerstörung von Sodom und Gomorrah zeigt:
"Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt: Willst du auch sie wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fünfzig Gerechten dort? Das kannst du doch nicht tun, die Gerechten zusammen mit den Ruchlosen umbringen. Dann ginge es ja dem Gerechten genauso wie dem Ruchlosen. Das kannst du doch nicht tun. Sollte sich der Richter über die ganze Erde nicht an das Recht halten? Da sprach der Herr: Wenn ich in Sodom, in der Stadt, fünfzig Gerechte finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben. Abraham antwortete und sprach: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten? Nein, sagte er, ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde. Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur vierzig. Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun. Und weiter sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede. Vielleicht finden sich dort nur dreißig. Er entgegnete: Ich werde es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde. Darauf sagte er: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig. Er antwortete: Ich werde sie um der zwanzig willen nicht vernichten. Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn. Und wiederum sprach er: Ich werde sie um der zehn willen nicht vernichten. Nachdem der Herr das Gespräch mit Abraham beendet hatte, ging er weg und Abraham kehrte heim."
1. Mose 18, 24-33

Zugegeben, das mag jetzt etwas umständlich und langatmig formuliert worden sein, aber unter literarischen Gesichtspunkten ist das Wort Gottes nun mal noch ausbaufähig. Auf jeden Fall fand Gott dann nur einen Gerechten, den aber ließ er zumindest aus der Stadt führen bevor er ihr mit gezielten Luftschlägen ein verdientes Ende bereitete. Man sieht also, es wäre im christlichen Wertesystem schwer vorstellbar, eine ganze Gruppe von Menschen, sagen wir man "Nordafrikaner", pauschal zu verurteilen und eine Einzelfallprüfung zu verweigern, selbst wenn es nur zehn Gerechte unter ihnen geben sollte.

4. Praxis des Zusammenlebens
In der Praxis mag es unter Umständen zu einigen Widersprüchen im Verhalten der Christen und der christlichen Kultur als solche kommen. So kann es durchaus passieren, dass Menschen die christlichen Werte preisen und verteidigen und mit "christlichen Werten" den Weihnachtsbaum und den Osterhasen meinen und sonst nichts. Hier aber sollte man einfach den christlichen Hang zu Heuchelei und Lüge für sich arbeiten lassen. Auch wenn man sich dabei ein bisschen blöd vorkommen mag, stellen Sie einfach am Jahresende einen abgehackten Tannenbaum in ihre Wohnung, stopfen sie die Hammelkeule vor dem Braten kleingehackt in des Hammels eigenen Darm zurück und betonen Sie, daß Sie Frauen respektieren, sofern diese in der Gemeinde schweigen und alte Männer in komischen Klamotten vor einer Abtreibung oder Scheidung um Erlaubnis fragen. Schon werden sie keine Probleme mehr mit den Verteidigern des christlichen Abendlandes haben!

Und nun viel Spaß im christlichen Abendland!

Sonntag, 28. Juni 2015

Gottes lausige Schöpfung

Es gibt nicht besonders viele Entscheidungen in meinem Leben, von denen ich im Nachhinein sagen würde, sie seien uneingeschränkt richtig gewesen. Eigentlich sogar erstaunlich wenige… Hm, vielleicht sollte ich besser nicht allzu sehr darüber nachdenken. Aber eine der wenigen eindeutigen Ausnahmen ist die schon in jungen Jahren getroffene Entscheidung, mir das Haupthaar abzurasieren. Käme ich aus der ostdeutschen Provinz, ein solcher Schritt wäre wohl voll im abstoßenden Mainstream gewesen. In meinem Umfeld dagegen fiel es auf (und ich war auch bei Menschen, die mich kannten, immer jeglicher Sympathie für rechtes Gedankengut unverdächtig). Und die Vorteile, die diese Entscheidung mit sich brachte, zeigten sich schnell und deutlich.
Zuerst einmal, ein kahler Kopf macht einen Mann einfach ungemein sexy! Jaja, ich weiß, dies ist für gewöhnlich ein umstrittener Punkt. Ich kenne das verächtliche Schnauben der Haarträger an dieser Stelle. Aber glücklicherweise ist dies eine Frage, die sich jetzt und hier schnell und eindeutig klären läßt. Hier: A, B oder C? Finde den Sex!
In diesem Punkt sollten wir uns also einig geworden sein. Die übrigen Punkte sind dagegen unstrittig:
Egal ob Regen oder Wind, egal ob man gerade aus der Dusche oder dem Bett kommt, die Haare liegen einfach immer perfekt! Außerdem spart man durch den richtigen Haarschnitt eine Menge Zeit und Geld. Und zu Zeiten, in denen der Frisör für keine 10 Minuten schnippeln mehr Geld sehen wollte als ich die ganze Woche für's Mittagessen ausgab, war diese Ersparnis durchaus wesentlich.
Ein weiterer Vorteil kommt mit dem Alter hinzu. Da werden die Haare allmählich dünner. Doch praktischer Weise gibt es niemanden mehr, der noch wüßte, wie ich mit Haaren aussah. Nicht einmal ich selbst erinnere mich noch so recht daran. Da ist Haarausfall auch kein Thema!
Der letzte und größte Vorteil aber zeigt sich erst, wenn die Kinder in den Kindergarten gehen: Man muß keine Angst vor Läusen haben!

Ja, ich kann mich auch nicht erinnern, daß zu meiner Kindergarten- und Schulzeit Läuse ein Thema gewesen wären. Und die Mutter meiner Kinder ging zwar in einer ganz anderen Ecke in den Kindergarten, kann sich aber auch nicht an Läuse erinnern. Und der Apotheker, der uns die Läusekur verkaufte, meinte, er könne sich auch nicht daran erinnern, vor 20 Jahren Läusemittel verkauft zu haben. Vielleicht ist die Rückkehr der Läuse, wie die Rückkehr der Suppenküchen oder der Tagelöhner, einfach ein weiteres Symptom der gesellschaftlichen de-Evolution in Europa. Auf jeden Fall aber zupft die Mama nun sich und den Kleinen verzweifelt bis dezent hysterisch in den Haaren herum. Mich selber läßt dieses Problem hingegen irgendwie kalt. Und so kann ich währenddessen einfach dasitzen und mir so meine Gedanken machen. Z.B. darüber, daß die Kopflaus ausschließlich den Menschen befällt, und keine Tiere. Als Mensch mit eher materialistischem Weltbild würde ich ja sagen, daß sich die Kopflaus Pediculus capitis evolutionär halt auf einen einzigen Wirt, eben homo sapiens, spezialisiert hat. Von einem religiös-kreationistsischem Standpunkt aus ist die Laus dagegen sehr viel spannender: Offenbar hat der liebende Herrgott in seiner unergründlichen Weisheit ein Wesen geschaffen, das allein auf dem menschlichen Kopf lebt, nirgends sonst, um dort durch das Einspeicheln von in die Haut geritzten Wunden Juckreiz auszulösen. Na schönen Dank auch! Aber wenn Gott ganz offenbar will, das Läuse des Menschen Haupt bevölkern, ist dann nicht die Läusebekämpfung ein Frevel gegen Gottes Schöpfung?
Als ich der Mama, sie war mit Tränen in den Augen kurz davor, ihrer verblüfften Tochter ein Glas Mayonnaise in die Haare zu schmieren (darin sollen Läuse angeblich ersticken), aus dem Hintergrund des Raumes diese Gedanken zur Diskussion hinwarf, schrie diese aber nur gereizt in meine Richtung:
"Seh' ich vielleicht aus wie irgend so ein verkackter Jesus-Freak!?!"
Die doch eher direkte Wortwahl in diesem Moment sollte man mit Blick auf ihren emotional etwas angefassten Zustand entschuldigen. Aber eine Person, die auch in der Stunde der Not und des Kummers ihre Hoffnung immer noch lieber auf ein Glas Mayonnaise setzt als auf Gott - die hat man doch wirklich gerne um sich!

Sonntag, 2. November 2014

Gottesbezug vs. Realitätsbezug

Der Pfaffe so:
"Der Kieler Landtag hat sich jüngst für eine Landesverfassung ohne einen solchen Gottesbezug entschieden. Es brauche keinen Verweis auf etwas Höheres, hieß es. […] Ich finde das bedenklich. […] Und hat nicht die Geschichte gezeigt, dass das im Letzten fürchterliche Konsequenzen haben kann: Hitler […]."
Pfarrer Gereon Alter im Wort zum Sonntag vom 1. November

Der Hitler so:
"Allmächtiger Gott, segne dereinst unsere Waffen; sei so gerecht, wie du es immer warst; urteile jetzt, ob wir die Freiheit nun verdienen; Herr, segne unseren Kampf!"
Führer Adolf Hitler in Mein Kampf, Teil 2, Kapitel 13

Montag, 11. August 2014

Es könnte alles so einfach sein…

Schaltet man dieser Tage die Nachrichten ein, dann kann einen schon eine gewisse Verwirrung befallen. Nehmen wir nur den Irak. Der "Islamische Staat" bringe dort Jesiden um. Der "Islamische Staat", das sind Salafisten, so wie die, die Gottes Zorn schon ins Sauerland bringen wollten. Diese Salafisten sollen von den Wahhabiten Saudi-Arabiens unterstützt werden. Die wiederum sind Freunde des protestantischen Amerikas, da sie gemeinsam mit den USA gegen die Schiiten des Irans sind. Nun wollen die iranischen Schiiten die sunnitischen Salafisten umbringen, was die amerikanischen Protestanten, die die auch umbringen wollen, eigentlich ganz gut finden. Nicht gut finden die aber, wenn iranische Schiiten die schiitische Hisbollah unterstützen, weil die wiederum die jüdischen Israelis umbringen will.
Kurz, einem zivilisierten Christenmenschen fällt es immer schwerer, den Überblick darüber zu behalten, wer jetzt gerade wen umbringen will, und - noch wichtiger - wer dabei gerade die Guten und wer die Bösen sind! Das ist natürlich ein klarer Fall für den DWüdW-Leserservice! Da trifft es sich, daß DWüdW neben all den bekannten Forschungsgruppen auch den integrierten Exzellenzcluster "Monotheismus im Spiegel des Tötens" (MiST) beheimatet! So konnte DWüdW den Initiator des ganzen MiST-Clusters, Dr. Moses Meerteiler, dafür gewinnen, exklusiv für DWüdW-Leser eine übersichtliche Erklärung der ganzen involvierten Konfessionen zu erarbeiten.
Bitte, Dr. Meerteiler:

Liebe Leser,
um eine Übersicht über die auf den ersten Blick komplizierten Geflechte des Glaubens zu gewinnen, hilft es, sich zunächst den tiefen Unterschied zwischen dem Islam und dem Christentum anschaulich zu machen. Während die Christen, sagen wir mal, an den Osterhasen glauben, glauben die Muslime an den Weihnachtsmann. Und natürlich ist an den Weihnachtsmann glauben nicht gleich an den Weihnachtsmann glauben. So glauben die sunnitischen Muslime etwa an den Weihnachtsmann und daran, das Rudolph das Lieblingsrentier des Weihnachtsmanns ist. Die schiitischen Muslime glauben zwar auch an den Weihnachtsmann, aber nicht, daß Rudolph dessen Lieblingsrentier ist. Viel mehr glauben die, daß das wahre Lieblingsrentier des Weihnachtsmanns am 10. Oktober 680 n. Chr. brutal niedergemetzelt wurde. Dieses Niedermetzeln haben sie sich und den Sunniten bis heute nicht verziehen, während die Sunniten immer noch darauf beharren, daß es ja sowieso nicht das Lieblingsrentier gewesen sei. Daher mögen sich sie Schiiten und die Sunniten nicht besonders und bringen sich bei Gelegenheit auch gerne mal gegenseitig um.
Die Jesiden wiederum glauben nur so grob an den Weihnachtsmann. Auf jeden Fall glauben sie nicht, daß der Weihnachtsmann einen roten Mantel trägt und sie verehren auch noch Knecht Ruprecht. Für die Weihnachtsmanngläubigen sind sie damit Weihnachtsmannlästerer, die, um dem wahren Weihnachtsmann im roten Mantel eine Freude zu machen, alle umgebracht werden sollten.
Osterhasengläubige, die dies alles seltsam finden, sollten sich vor Augen halten, daß die Situation unter den Osterhasengläubigen ja auch nicht viel einfacher ist. Als katholischer Osterhasengläubiger glaubt man beispielsweise auch, daß der Osterhase einen Osterhasenstellvertreter auf Erden benannt hat, dessen Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, daß zwischen den Menschen und dem Osterhasen alles im Reinen ist. Insbesondere soll der dafür sorgen, daß der Osterhase für die Menschen im Jenseits viele schöne Schokoeier versteckt.  Das glaubt man so zumindest, wenn man römisch-katholischer Osterhasengläubiger ist. Ist man eher so ein Oserhasengläubiger wie die Piusbrüder, dann glaubt man auch an einen Osterhasenstellvertreter, ist aber nicht mit dem in Rom einverstanden. Weil man glaubt, daß der Osterhase es gut findet, wenn man lateinisch redet, wenn man dabei ist, ein Stück pappigen Teiges zu essen. Dieses Stück Teig ist für alle Osterhasengläubigen sehr wichtig. Sie glauben nämlich nicht nur an den Osterhasen, sondern auch, man müsse den Osterhasen aufessen. Allerdings nicht in echt, sondern nur in Form eines veganen Hasenbratenersatzes - eine spirituelle Tofuwurst, sozusagen. Als protestantischer Osterhasengläubiger isst man natürlich auch diese Tofuwurst, sogar mit Wein dazu. Man glaubt aber nicht an den Osterhasenstellvertreter, der für die Menschen die Ostereier klar macht, sondern daran, daß der Osterhase allen Menschen genug Verstand mitgegeben hat, um - räusper - den Willen des Osterhasen selbst erkennen zu können. In der Praxis liegen die Unterschiede aber eher im Detail. Als katholischer Bischof etwa bekommt man Stress, wenn man sich auf Kosten der Osterhasengläubigen eine goldene Badewanne einbauen lässt. Als protestantische Bischöfin darf man sich gar nicht erst eine goldene Badewanne einbauen lassen, weshalb die dann Frustsaufen und mit dem auf Kosten der Osterhasengläubigen bestimmt nur spartanisch ausgestatteten Phaeton in eine Polizeikontrolle rauschen. Die Welt ist ungerecht, und Gerechtigkeit ist allein beim Osterhasen.
Bleiben noch die Juden. Die glauben irgendwie auch an den Osterhasen, schreiben das Wort "Osterhase" aber in komisch aussehenden Buchstaben von rechts nach links und lassen dabei die Vokale weg. Überhaupt sind die Juden im Weglassen ziemlich gut. Sie glauben nicht, daß man den Osterhasen essen sollte, nicht mal als symbolische Tofuwurst. Außerdem lassen sie Schweinegeschnetzeltes in Sahnesauce und die Spitzen ihrer Penisse weg. Das haben sie aber wiederum mit den Weihnachtsmanngläubigen gemeinsam - auch denen, die sie umbringen wollen.

Man sieht also: was auf den ersten, flüchtigen Blick unheimlich verwirrend aussieht, ist bei näherer Betrachtung alles vernünftig und durchweg nachvollziehbar. Zum Abschluss ist noch ein Hinweis darauf angebracht, daß es auch Menschen gibt, die weder an den Osterhasen noch an den Weihnachtsmann glauben. Solche Menschen nennt man Atheisten und sie essen keine Tofuwurst aber Schweinegeschnetzeltes. Ganz offensichtlich sind sie daher gefährliche, prinzipien- und morallose Gesellen, denen der Zugang zur Liebe des Weihnachtsmanns oder Osterhasen auf immer verschlossen bleiben muß. Am besten, man geht hart gegen sie vor oder bringt sie gleich um.

Möge Ihr Herr Sie segnen!


Anmerkung des Herausgebers:
DWüdW ist ein Ort der freien Meinungsäußerung, daher hat sich der Chefredakteur entschlossen, diesen Text zu veröffentlichen. Doch die Tatsche, daß in diesem Text gleich sieben Konfessionen gleichzeitig beleidigt werden, findet DWüdW falsch. DWüdW distanziert sich von diesen Aussagen und respektiert jede Religion, unabhängig davon, wen sie schon so alles umgebracht hat oder noch umzubringen gedenkt. Zum Trost  möchte DWüdW darauf hinweisen, daß Dr. Moses Meerteiler für seine Worte (völlig verdient!) in gleich sieben Höllen auf ewig wird büßen müssen! Ob nacheinander oder parallel, wird die ökumenische Theologie zu klären haben.

Dienstag, 23. Juli 2013

Gott sei Dank - wir sind die Guten!

In Deutschland kann bis zu drei Jahre ins Gefängnis wandern, wer "den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören" (§ 166 Stgb). Manch einem in der Union, darunter Volker Kauder, ist dieses Gesetz allerdings zu lasch. So setzten sich Unionspolitiker schon im Jahre 2000 dafür ein, die Einschränkung mit diesem "öffentlichen Frieden" ersatzlos zu streichen (→ der damalige Gesetzentwurf):
"Strafbar soll daher künftig sein, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer beschimpft."
Dieser Gesetzentwurf scheiterte damals zwar an der rot-grünen Mehrheit, letztes Jahr zogen ihn aber wieder einige Unionspolitiker um den stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion, Johannes Singhammer, hervor.

Heute dann kamen ganz andere Töne aus der Unionsfraktion - die Forderung nach der Abschaffung des Blasphemiegesetzes! Allerdings nicht in Deutschland. Sondern in Pakistan. Volker Kauder sagte:
"Die dem Gerechtigkeitsempfinden widersprechenden Blasphemiegesetze müssen schnellstmöglich aus den Gesetzbüchern des Landes [Pakistan] gestrichen werden."
In Deutschland verschärfen, in Pakistan abschaffen - so geht kohärente Politik! Aber immerhin, in Pakistan kann man für das Beschimpfen religiöser Bekenntnisse nicht nur zu drei Jahren Haft verurteilt werden, sondern auch zum Tode. Mit der geforderten Abschaffung wird es aber sobald doch nichts werden. Der pakistanische Minister für nationale Harmonie meinte nämlich:
"In unserer Gesellschaft wäre der Kampf für die Abschaffung des Gesetztes überhaupt nicht möglich. Der Widerstand wäre viel zu groß."
Und das sollten die Herrschaften der Unionsfraktion im Bundestag nur zu gut nachvollziehen können. Schließlich sind sie selbst im entschlossenen Widerstand gegen die Abschaffung des dem Gerechtigkeitsempfinden widersprechenden deutschen Blasphemiegesetzes!

Sonntag, 9. Juni 2013

Flexibles Einnorden

Die SPD-Generalsekretärin und überzeugte Katholikin Andrea Nahles besuchte gestern den von der Deutschen Bischofskonferenz ausgerichteten "Eucharistischen Kongress" in Köln. Die SPD? - Arbeiterbewegung? - Internationale? - Es rettet uns kein höh'res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun? Ach was - war gestern (Nee - Vorgestern!).  Vor gar nicht so langer Zeit gefielen sich SPD-Spitzenpolitiker wie Helmut Schmidt noch darin, mit Philosophen wie Karl Popper zu kokettieren. Und der war, wenn schon sonst nicht viel, so doch zumindest erfrischend religionsfern. Heute pilgern SPD-Spitzenpolitikerinnen zu "Eucharistischen Kongressen".  Beim Bündnis 90/Die Grünen sitzen Spitzenvertreterinnen gleich in der Synode der Evangelischen Kirche, Bundestags(vize)präsidenten der SPD fantasieren öffentlich was vom Untergang des Staates ohne die Religion und der Bundespräsident ist praktischerweise gleich ein Pfaffe. Das dümmliche Kokettieren mit Religion wird allmählich in einer beunruhigenden Breite gesellschaftsfähig. Und dümmlich ist es allenthalben. Die brave Gläubische Nahles z.B. gab dem Kölner Bistumsradio domradio.de gleich auch ein braves Interview. Dabei stellte sie auch fest:
"Jesus ist für mich jemand, der mir dann ein Kompass ist."
Mit diesem mutigen Bekenntnis steht Frau Nahles leider nicht mal alleine da, das Bild von Jesus als "Kompass", der Religion als "Kompass", wird von religionsumwölkten Geistern zum Kotzen oft bemüht (nur ein paar Beispiele: [1][2][3]). Dabei ist Religion vielleicht so einiges. Was Religion, Jesus oder wer auch immer aber keinesfalls, nicht mal ein klitzekleines naives Bisschen ist, daß ist sowas wie ein "Kompass".

Denn in welche Richtung weist denn Jesus Frau Nahles? In der Bergpredigt sagt Jesus etwa mit Blick auf das, was jetzt "Altes Testament" heißt:
"Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich." (Mt 5, 17-19)
Trotzdem glaubt kein Christ, er müsse sich wie im Gesetz vorgeschrieben beschneiden lassen und dürfe kein Lamm in Sahnesoße essen. Das mit dem kleinsten Buchstaben des Gesetzes wird Jesus schon nicht so genau gemeint haben!
Außer natürlich, es geht um Schwule. Denn daß Jesus selbst kein Wort über Homosexualität verloren hat, kann nur heißen, daß das alttestamentarische Verbot desselben noch immer voll in Kraft ist. So sehen es zumindest die Christen, die Homosexualität ekelhaft finden. Die übrigen Christen sind eher der Meinung, Jesu Schweigen zu diesem Punkt bedeute Zustimmung. Ja, Jesus sagte gar:
"Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es." (Mt 19, 12)
Was kann das schon heißen, wenn nicht, daß Jesus kein Problem mit Schwulen hat?
Den christlichen Gegnern der Homosexualität geht es natürlich auch noch um den Schutz der Familie. Dabei war Jesus selbst nicht gerade ein Familienmensch:
"Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig." (Mt 10, 35-37)
Da könnte man als Christ doch genauso gut für die Zerstörung der Familie kämpfen statt für ihren Schutz?
Weist uns Jesus zum Frieden an, wenn er sagt
"Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden." (Mt 5, 9)
oder doch nicht, wenn er sagt
"Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert." (Mt 10, 34)
Also spricht der Herr zu seinen Jüngern:
"Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch." (Lk 9, 50)
bzw. auch
"Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich" (Lk 11, 23)
Äh. Ähhhh... Dafaq?
Und das ist gerade der Unterschied zum Kompass. Die Besonderheit eines Kompass' besteht darin, immer in dieselbe Richtung zu weisen, egal, in welche Richtung der Betrachter gerade blickt. Der religiöse "Kompass" dagegen, egal in welcher Form, weist zuverlässig in die Richtung, in die der Betrachter ohnehin gerade blickt. Und wenn eine Andrea Nahles behauptet, Jesus sei ihr "Kompass", dann weist ihr nur das eigene Bauchgefühl die Richtung. Allerdings werden die eigenen Befindlichkeiten enorm aufgewertet, wenn man statt "Ich finde, daß..." besser "Gott will, daß..." sagt...

Schade, zu Zeiten August Bebels, Karl Kautskys und Eduard Bernsteins hatte die SPD die Funktion von Religion schon mal deutlich klarer gesehen als zu Zeiten einer Andrea Nahles.

Mittwoch, 19. September 2012

Öffentliches Fühlen

Das Leben ist hart. Ja wirklich. Wie viele seelische Wunden muß man im Laufe der Jahre verkraften, wie oft wird auf den eigenen Gefühlen herumgetrampelt. Damals, in der 8. Klasse zum Beispiel, da wurden meine Gefühle richtig schwer verletzt. Von Susi*. Wie Susi auf meinen verzweifelt-sehnsuchtsvollen Liebesbrief reagiert hatte, damals, in aller Öffentlichkeit, das verwundete meine Gefühle bis zum Rande der Traumatisierung. Aber trotzdem, spätestens gegen Ende der Pubertät erwartet man von einem Menschen, solche Erfahrungen wegstecken zu können, seien sie auch noch so schmerzhaft. Und niemals wäre ich auf die Idee gekommen, in meinen verletzten romantischen Gefühlen nach dem Staat und dem Strafgesetzbuch zu schreien, um die überaus verachtenswerte und übrigens in Wirklichkeit auch gar nicht so schöne Susi bestraft zu sehen. Oder sie gar dafür bestrafen zu wollen, daß ich in meiner Kränkung im Klassenzimmer zu randalieren beginne und so den öffentlichen Frieden gefährde.
Bei religiösen Gefühlen dagegen scheint das alles etwas anders zu liegen. Während ein jeder mit den Verletzungen seiner Zuneigung durch die Liebsten oder mit der Verletzung seines Selbstwertgefühls durch den Chef selber klarzukommen hat, genieren sich genug Gläubige nicht, zur Abwehr von Verletzungen ihrer religiösen Gefühle nach dem Staat zu schreien. Da drängt sich doch die Frage auf, was an religiösen Gefühlen denn so anders ist als an allen anderen persönlichen Gefühlen? Warum sollte gerade dieses eine Gefühl einen Schutz genießen, der für alle anderen menschlichen Gefühle geradezu absurd anmuten würde?
Vielleicht liegt der Unterschied darin, daß religiöse Gefühle mitunter zwar wie die Liebe sehr intim, aber doch nicht persönlich sind? Zwar mag der Gläubige seine Überzeugungen als sehr privat und intim empfinden, doch gleichzeitig binden sie ihn auch in eine soziale, gesellschaftliche Gruppe ein. Und diese Gruppe hat massive öffentliche Interessen.
Oft genug wird der Spagat der Religion zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit ausgenutzt, wie es die Situation gerade verlangt. Geht es um den Schutz der Religion, wird der private Charakter der Überzeugungen herausgestellt, das Intime, daß vor übermäßiger Kritik abgeschirmt werden muß und eigentlich niemanden etwas angeht. Gleichzeitig fordern Berufschristen und ihr politischer Arm offen eine politische Einmischung ihrer Religion, und sie bemühen sich bei Themen von Abtreibung bis Ehegattensplitting auch nach Kräften.
Warum diskutiert man also die Verletzung religiöser Gefühle ausschließlich unter dem Gesichtspunkt einer intimen Empfindung sensibler Seelen und läßt ihre gesellschaftliche, politische Funktion ganz außen vor?
Eine Verletzung religiöser Gefühle stellt in der öffentlichen Sphäre eine Infragestellung der Autorität einer gesellschaftlichen Gruppe dar. Und letztlich bedeutet sie einen kleinen, aber immer wiederholten Angriff auf die Grundlagen der Gruppenzusammengehörigkeit. Solche Angriffe sind für eine Gruppe bedrohlich, und somit ist der Ruf nach einem Verbot aus der Sicht religiöser Gemeinschaften überaus verständlich. Ein Verbot der Verletzung religiöser Gefühle gehörte im Strafgesetzbuch damit aber nicht in einen Abschnitt mit der Störung der Totenruhe, wo es jetzt zu finden ist, es gehörte in dieselbe Kategorie wie Majestätsbeleidigung oder die Verunglimpfung staatlicher Symbole - es gehörte dahin, wo der Gesetzgeber versucht, Institutionen vor einer Erosion ihrer Autorität zu schützen. Nun kann man bereits einen solchen Schutz für staatliche Symbole und Institutionen fragwürdig finden. Ganz sicher aber gehört es nicht zu den staatlichen Aufgaben, politisch aktive Gruppen innerhalb der Gesellschaft vor zersetzenden Angriffen abzuschirmen. Das Infragestellen der Autorität einer gesellschaftlichen Gruppe sollte nicht nur erlaubt, sondern in einer liberalen Gesellschaft geradezu erwünscht sein.
Soweit es also um ganz intime Gefühle im Herzen des Gläubigen geht, so kann man nur verlangen, Verletzungen wegzustecken, wie es Erwachsene eben tun, auch wenn es schmerzt. Hier verdient der einzelne Mensch vor der Verletzung religiöser Gefühle nicht mehr rechtlichen Schutz als vor Liebeskummer. Und was die öffentliche Ebene angeht, so kann man Gläubige nur auffordern, intelligentere Erwiderungen auf Verletzungen zu finden als den Ruf nach dem Strafgesetz. Und wenn sich keine intelligenteren Erwiderungen finden lassen, nun ja, dann könnte man ja über die hinter den verletzenden Provokationen stehenden Gedanken nachdenken, so ganz allein, im stillen Kämmerlein...

*Name von der Reaktion geändert.

Mittwoch, 1. August 2012

Wahnsinn ist noch zu normal

Wirklich nur ganz kurz, weil man's sonst nicht glauben würde. Ein Landgericht hatte die religiös motivierte Beschneidung nicht einwilligungsfähiger Jungen als Körperverletzung eingestuft. Nicht zuletzt auch, weil es sich dabei um einen irreversiblen Eingriff in den Körper des Kindes handle. Heute das nun wirklich allerultimativste Zitat zum Thema, natürlich von einem katholischen Experten, von Herrn Theologen Prof. Wolfgang Ockenfels OP. Nein, das ist wohl nicht als Scherz gemeint: 
"Irreversibel ist dieser Akt keineswegs. Eine Vorhaut lässt sich heute ebenso leicht nachträglich implantieren wie man ein Glaubensbekenntnis wechseln kann."
Bleiben eigentlich nur zwei Fragen. Zahlt's die Kasse, wenn einer zum Atheisten werden will? Und kann man eigentlich auch Verstand implantieren? Ich würde auch ein paar Euro für die OP beisteuern...

Mittwoch, 25. Juli 2012

In den Himmel kommen leicht gemacht

Sie sind verunsichert? Sie wollen ein guter Mensch sein und später einmal in den Himmel kommen? Aber Sie wissen nicht, welche göttlichen Gebote Sie befolgen müssen, und welche biblischen Vorschriften eher so eine Art "Kann-Regeln" sind?
Der DWüdW-Leserservice bietet mal wieder Hilfe! Finden Sie hier die wichtigsten biblischen Gebote aufgelistet und erläutert. Damit Sie es zumindest im nächsten Leben besser haben - schließlich wird das gleich eine Ewigkeit dauern!


Göttliches Gebot:
Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun
Bibelstelle: Ex 20, 9-10
Wichtigkeit des Gebots: Hoch
Damit meint Gott: Mach dir mal einen freien Tag, während Strom-, Gas- und Wasserversorger, Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser, U-Bahn-Fahrer, Filmvorführer, Stahlkocher und Köche einen normalen Arbeitstag haben.
Bemerkungen: Gott ist einfach zu bescheiden. Ihm hätte man mindestens fünf Tage in der Woche weihen sollen!


Göttliches Gebot:
Du sollst nicht morden.
Bibelstelle: Ex 20, 13
Wichtigkeit des Gebots: Sehr hoch
Damit meint Gott: Du sollst nicht morden, außer Schwule (Lev 20, 13), Hexen (Ex 20, 17) und Gotteslästerer (Lev 24, 16). Oder du bist im Krieg, richtest Verbrecher hin oder es dient letztlich der Mehrung von Gottes Ruhm und Ehre - dann zählt es nicht als Mord.
Bemerkungen: Eines der wichtigsten Gebote überhaupt. Nicht auszumalen, wenn es nicht in der Bibel stünde! Womöglich wären im Laufe der Geschichte Millionen und Abermillionen von Menschen in Kriegen, Völkermorden oder einfach nur aus Habgier umgebracht worden!


Göttliches Gebot:
Du sollst nicht stehlen.
Bibelstelle: Ex 20, 15
Wichtigkeit des Gebots: Hoch
Damit meint Gott: Wenn du anderer Leute Kohle willst, versuche es mit Abmahngebühren oder dem Kleingedruckten in Abofallen.
Bemerkungen: Nein, Kirchensteuern und Ablaßhandel gelten nicht als stehlen!


Göttliches Gebot:
Du sollst ein Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.
Bibelstelle: Dtn 14, 21
Wichtigkeit des Gebots: Mittel
Damit meint Gott: In Milch gekochtes Fleisch taugt nichts. Lieber scharf in Olivenöl anbraten, etwas Zwiebeln und Knoblauch dazu, und am Schluß mit Rotwein ablöschen.
Bemerkungen: Jemand, der ganze Universen erschaffen kann, sollte ja wohl auch etwas vom Kochen verstehen!


Göttliches Gebot:
Von allem, was im Wasser lebt, dürft ihr Folgendes essen: Alles, was Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen. Alles, was keine Flossen und keine Schuppen hat, dürft ihr nicht essen.
Bibelstelle: Dtn 14, 9-10
Wichtigkeit des Gebots: Niedrig
Damit meint Gott: Keine Austern!
Bemerkungen: Dieses Gebot muß natürlich aus seinem historischen Kontext heraus verstanden werden. Gott führte sein Volk vierzig Jahre lang durch die Wüste ins Gelobte Land. Wer hätte da zu Austern greifen können, ohne sich sofort etwas ganz Ekliges einzufangen? Seit der Erfindung des Kühlaggregats ist dieses Gebot selbstverständlich obsolet.


Göttliches Gebot:
Ihr dürft keinerlei Aas essen. Du sollst es dem Fremden, der in euren Stadtbereichen Wohnrecht hat, zum Essen überlassen oder es einem Ausländer verkaufen.  
Bibelstelle: Dtn 14, 21
Wichtigkeit des Gebots: Sehr hoch
Damit meint Gott: Gammelfleisch nur für Ungläubige.
Bemerkungen: Gammeldöner ist ok, Gammelschnitzel nicht.


Göttliches Gebot:
Ein Mann, der mit einer Frau während ihrer Regel schläft und ihre Scham entblößt, hat ihre Blutquelle aufgedeckt und sie hat ihre Blutquelle entblößt; daher sollen beide aus ihrem Volk ausgemerzt werden.
Bibelstelle: Lev 20, 18
Wichtigkeit des Gebots: Mittel
Damit meint Gott: Blutbäder grundsätzlich nur im Blut der Feinde.
Bemerkungen: Als Schöpfer eines Universums scheint man sonst echt keine Sorgen zu haben...


Göttliches Gebot:
Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
Bibelstelle: Mt 5, 39
Wichtigkeit des Gebots: Sehr hoch (theoretisch)
Damit meint Gott: "Wer wie ich allmächtig ist, der kann sich so eine Moral auch leisten."
Bemerkungen: Also komm, jetzt mal keine Witze... Das kann Gott doch unmöglich ernst meinen!

Montag, 23. Juli 2012

Mit dem Puller auf die Couch

Im Januar 2004, kurz nach der Festnahme von Saddam Hussein, schrieb die Psychoanalytikerin Alice Miller gegen vermutetes Mitleid mit dem Diktator an. Sie war der Auffassung, die Menschen würden im Diktator eine Vaterfigur sehen, die zu töten sie falsche Hemmungen hätten. Sie bevorzugte eindeutig das Modell Gaddafi - statt langem Prozess einfach gleich totmachen. Kurz gesagt:
"Daher wäre ein langer Prozess genau das, was sie [die Diktatoren] sich wünschen, was aber auf keinen Fall geschehen sollte. Denn viele Menschen lassen sich von grausamen Verführern beeindrucken, solange in ihnen noch das kleine Kind lebt, das den schlagenden Vater immer sowohl fürchtete als auch bewunderte und liebte."
Schon da war man verführt, die Argumentation einfach mal umzudrehen und zu fragen, welches Problem die Analytikerin denn mit ihrem eigenen Vater hatte, daß das kleine Kind in ihr ihn gar nicht schnell und oft genug stellvertretend töten kann?
Wenn es jetzt um religiöse Beschneidungen von Jungen geht, dann erklären einem die Hobbyanalytiker, das Beschneidungsgegner insgeheim von Kastrationsängsten getrieben würden. Z.B. in der Süddeutschen:
"Kritik an ritueller Beschneidung: Im Hintergrund schwelen Kastrationsängste"
oder der Wiener Zeitung:
"Es wird Zeit, dass jene Atheisten, die wissenschaftliche Erkenntnisse wichtiger finden als Kastrationsängste, klar und deutlich für die Verteidigung der Religionsfreiheit eintreten, um der weiteren Diabolisierung von muslimischen und jüdischen Eltern etwas entgegenzusetzen."
Und was, wenn man hier stattdessen umgekehrt einfach fragt, was man denn so rein psychoanalytisch von einer Religion halten soll, deren Mitglieder nur dann von ihrem Gott akzeptiert werden, wenn sie sich vor ihm symbolisch kastrieren? Der kleine Hobbyanalytiker in mir klatscht da auf jeden Fall vor Freude in die Hände!

Das ist das Tolle der psychoanalytischen Argumentation - sie kommt immer so aufgeklärt und gebildet daher. Und was ihre Stoßrichtung angeht, kann sie im Argumentenraum frei um jede Achse gedreht werden!

Samstag, 21. Juli 2012

Der Schnitt im Schritt

Zu Beginn dieses Posts steht für den Leser erst einmal ein (harmloser) Selbstversuch an. Er muß nur einen einzigen Satz aussprechen. Ob er dies öffentlich oder lieber alleine tut, spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist nur, das er ihn klar und deutlich vernehmlich spricht. Also am besten aufgestanden, die Schultern zurück, und dann mit fester, lauter Stimme heraus mit dem Satz:
"Gott will, daß ich meinem Sohn die Vorhaut abschneide."
Gut. Ging gar nicht so leicht über die Lippen, oder? Und welcher Leser hat dabei jetzt nicht den Hauch des Absurden in seinem Nacken gespürt? Dabei ich bin mir sicher, dieses Gefühl hängt nur wenig davon ab, ob der Leser Christ, Moslem, Jude oder sonstwas ist. Wenn man sich einen Satz wie diesen bewußt macht, dann springt einen zwangsläufig das mit dem Verstand unbegreifliche Groteske an, wie sie in im Kern jeder Religion steckt. Dieses Gefühl des Absurden der eigenen Haltung ist es wohl, weshalb nicht einmal die vom Beschneidungsurteil betroffenen Muslime und Juden diesen wahren Kern des Beschneidungsrituals gerne in der öffentlichen Diskussion aussprechen. Lieber verteidigen sie sich durch einen diffuseren Verweis auf ihre "jahrtausendealte Tradition" (Kennt man ja schon von Astrologen, Esoterikern und anderen Menschen ohne echte Argumente). Oder sie schieben lieber gleich vorgeblich vernünftige Begründungen vor - Beschneidung befördere die Hygiene, reduziere Gebärmutterhalskrebs oder was auch immer. (Als wenn das eine Rolle spielte. Wenn Muslime und Juden tatsächlich der Ansicht wären, das göttliche Beschneidungsgebot solle der Verbesserung der Sexualhygiene dienen, warum verzichten sie in Deutschland nicht schon längst auf Beschneidungen? Und nehmen ihren Nachwuchs durch ein rituelles erstes Übersteifen eines Kondoms in ihre Mitte auf?). Und diese Absurdität führt zur eigentlichen Gefahr des Kölner Beschneidungsurteils: Das Gericht entschied nicht einfach nur über die Rechtmäßigkeit eines religiösen Brauchs. Es wog dabei auch unweigerlich eine absurde religiöse Begründung gegen die Vernunft ab. Es wog einen Verweis auf völlig unnachvollziehbaren göttlichen Willen gegen das Recht ab, Entscheidungen über andere Menschen zu treffen. Und diese Frage geht weit über die religiösen Riten von Muslimen oder Juden hinaus! Denn der Anspruch, unter Berufung auf nun mal nicht zu ändernde göttliche Wünsche Entscheidungen über das Leben anderer Menschen zu treffen, er ist nicht nur ein kleiner Nebeneffekt praktizierter Religion. Er ist zentral in jeder Religion, das Christentum unbedingt mit eingeschlossen. Das eigentlich Ungeheure am Beschneidungsurteil ist, daß ein Gericht eine Berufung auf göttliche Vorschrift als nicht hinreichend eingestuft hat, einen unumkehrbaren und absurden religiösen Ritus ohne deren Einwilligung an anderen Menschen zu vollziehen. Und diese für religiöse Menschen ungeheuerliche Abwägung zugunsten der Vernunft ist es auch, weshalb nicht nur der Zentralrat der Muslime und der Zentralrat der Juden wie zu erwarten protestiert haben, sondern einträchtig auch die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz das Urteil kritisierten. Denn geht man erst einmal davon aus, daß Gottes grotesker Wille als Begründung, anderen Menschen ins Leben hineinzuwirken, unzureichend ist, selbst in einer religiös so zentralen Frage wie der der Beschneidung, dann drängen sich weitere Fragen doch geradezu auf: Weshalb dürfen sich die Kirchen in Deutschland eigentlich, anders als andere Arbeitgeber, unter Berufung auf göttliche Vorschrift für die sexuellen Orientierungen oder die Familienverhältnisse ihrer Mitarbeiter interessieren? Weshalb dürfen Vertreter von Institutionen, die sich auf nun mal feststehende göttliche Gebote berufen, in Ethikkommissionen oder -Räten mit entscheiden von Fragen der Medizingesetzgebung bis zur Energiepolitik?
Die grundsätzliche Haltung des Beschneidungsurteils, Vernunft im Zweifel vor irrationale religiöse Begründungen zu stellen, bedroht letztlich das gesamte feste Gefüge aus Religion und Staat in Deutschland. Das Urteil droht nicht, Deutschland international zum Komikerstaat zu machen, sondern es aufklärerisch weit voraus zu katapultieren. Und alleine deshalb wird es schon keinen Bestand haben.

Ein Wermutstropfen freilich bleibt noch. Es ist schmerzlich, das ausgerechnet ein zentrales Ritual der Muslime und Juden in Deutschland als Angriffspunkt in dieser Auseinandersetzung zwischen Religion und Vernunft herhalten muß, und nicht etwa die christlichen Kirchen. Es ist bedauerlich für die Muslime und Juden, weil sie einmal mehr den mit anklingenden rechten Parolen ausgesetzt werden. Und es ist bedauerlich für säkular und aufklärerisch gesinnte Menschen. Denn durch den Bezug auf den Islam und das Judentum wird es nur zu leicht, eine berechtigte Kritik an religiösen Sonderprivilegien in Deutschland dadurch abzuwürgen, indem man sie implizit (Hannes Stein in der Welt) oder explizit (Volker Beck in der Zeit) in die dumpfe rechte, antisemitische oder fremdenfeindliche Ecke wegdrückt.


PS: Dämlich Wortspielchen in Titeln zum Thema gehören ja eigentlich auch verboten...!

Freitag, 6. April 2012

Nageln ohne Nagel

Im SZ-Magazin gibt es ein Interview mit dem Mediziner Gerd Overbeck, der zusammen mit dem Jesuiten Ulrich Niemann Menschen untersucht hat, die von Stigmata, den Wundmalen Christi am eigenen Körper, betroffen sind. Denn:
"Es gibt Menschen, die an Ostern die Kreuzigung am eigenen Leib empfinden und dann tatsächlich aus Händen und Füßen bluten."
Und wie kann das sein?
"Die klassische Antwort ist: Das sind entweder Betrüger oder Verrückte."
So ist's wohl. Und was war dann ihr Forschungsansatz?
"Wir wollten aber zeigen, dass es dazwischen verschiedene Übergangsformen gibt, die mal mehr, mal weniger krankhaft sind."
Ach so. Es hatte jemand angezweifelt, daß es in dieser Welt jede Menge mal mehr, mal weniger kranke Übergangsformen zwischen Betrügern und Verrückten gibt? Na dann - weiter forschen!

Aber erst mal Frohen Karfreitag!

Montag, 7. November 2011

Wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde

[Röm 6, 7] Gestern predigte Bischöfin Ilse Junkermann in Magdeburg anläßlich der Eröffnung der EKD-Synode. Und sie stellte fest:
"Der Mensch setzt sich an Gottes Stelle. Und dabei - übernimmt er sich. Er ist nicht Gott. Er ist nicht allmächtig. Und auch wenn wir Gutes und Großes wollen – wir zerstören damit auch immer zugleich."
Jo, mag sein. Wobei - da haben wir schon Gott erlaubt, sich an Gottes Stelle zu setzen, und dann ist der ganz genauso überfordert. Denn Allmacht und Gutes wollen hin oder her, im Zerstören steht er dem Menschen wahrlich in nichts nach...
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Wird mit Sicherheit fortgesetzt...

Freitag, 23. September 2011

Großer Geist mit großer Verspätung

Was mußte man während der letzten Tage nicht alles über den Papst lesen, mal von mehr, mal von weniger bekannten Persönlichkeiten. Zum Beispiel:

Annette Schavan: Der Papst ist "einer der größten Denker unserer Zeit" (taz).
Wolfgang Thierse: Der Papst ist ein "hochgradiger Intellektueller" (Süddeutsche).
Manfred Lütz: Der Papst ist "einer der großen modernen Intellektuellen" (focus).
Marco Politi: Der Papst ist "ein großer Intellektueller" (Mainpost).
Winfried Kretschmann: Der Papst hat "intellektuelle Brillanz" (Badische Zeitung).
Ludger Hölscher: Der Papst ist "ein Genie, ein Intellektueller" (Schweriner Volkszeitung).
Arno Makowsky: Der Papst ist "unbestritten einer der großen Intellektuellen unserer Zeit." (Abendzeitung)

Da habe ich mich dann ja schon mal gefragt, was zum Teufel denn den Papst zu so einem brillanten Intellektuellen unserer Zeit macht? Das intensive Studium seiner Habilitationsschrift Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura wird die obigen Kommentatoren doch wohl kaum so in Begeisterung versetzt haben? Und ob Vorträge zum Thema Liturgie und Kirchenmusik einen so entscheidenden Beitrag zu den Problemen unserer Zeit lieferten?
Heute ist mir dann endlich klar geworden, weshalb der Papst ein für unsere Tage so wichtiger Denker ist! Die Süddeutsche Online hat's geschrieben:
Papst würdigt Luther
Eine große Leistung in unserer Zeit! Nicht nur, daß ein Papst gerade mal 350 Jahre nach Galileo Galileis Tod feststellen konnte, daß dieser, gut, nicht direkt so komplett recht gehabt hatte - aber doch zumindest nicht ganz so gottlos war wie erst gedacht. Und nun, schlappe 465 Jahre nach seinem Tod wird auch Martin Luther von einem Papst gewürdigt! Jetzt ist es endlich offensichtlich, daß die katholische Kirche, die sich ja bewußt nicht vorschnell dem schnellebigen Zeitgeist anpassen will, viel zur modernen Welt zu sagen hat! Und es gibt auch Hoffnung, wenn man die Zeitintervalle mal so auf andere Denker anwendet. Und von Hoffnung lebt die Kirche ja:

So um das Jahr 2212 sollte ein Papst dann anerkennen, daß Kants Kritik der reinen Vernunft auch einen interessanten Beitrag eines Christen zur Geistesgeschichte darstellt.
Schon 2290 dürfte auch Charles Darwin dran sein. Der hat sich zwar bestimmt geirrt, war aber laut zukünftigem Papst sicher trotzdem irgendwie ein großer Gottsuchender.
Und im Jahre 2378 dann sollte auch Bertrand Russell darauf hoffen können, daß er, obwohl er in der Hölle schmoren muß, zu Lebzeiten in einzelnen philosophischen Theoriefragen auch aus Sicht der Mutter Kirche nicht komplett unrecht hatte.

Ach, wie würden wir uns nur ohne die großen Intellektuellen in der katholische Kirche in unserer Zeit zurechtfinden?
Amen.

Mittwoch, 21. September 2011

Der Papst focussiert

Nur noch Stunden, bis der Papst in Deutschland eintrifft, und Matussek hat uns noch gar nicht mit seinen religiösen Entrückungen beglückt. Schade eigentlich, und so stößt auch gleich der Focus Online in das papistische Publikationsvakuum - nicht in Ekstase, sondern in einer seiner bewährten rationalen, auf Fakten basierten Analysen. Huahaha, kleiner Scherz! Aber der Focus versucht tatsächlich, "Zehn Irrtümer über den Papst" aufzuklären. Heraus kommt der zu erwartende unsägliche Schwachsinn, den selber wieder klarzustellen einen noch längeren Text erfordern würde (Kostprobe gefällig? "Benedikt ist ebenso ein „grüner“ wie ein „politischer“ Papst, weil er die ganze Welt durch das Brennglas der Eucharistie sieht."). Da aber, wo sich der Focus auf fulminante Weise selbst widerspricht, entwickelt sich auch für den Nicht-Papisten die schaurig-schöne Faszination der katholischen Idiotie.

So dürfen natürlich die üblichen Verrenkungen zum Thema Kondome und AIDS nicht fehlen:
"Zum kondomisierten Geschlechtsverkehr kann er schon deshalb nicht aufrufen, weil damit nur ein „safer sex“, eine sicherere, aber keine absolut sichere Art des sexuellen Umgangs erreicht werden kann." Ein Glück, daß wir noch mit Segen des Vatikans Aspirin nehmen dürfen, wo es doch die Kopfschmerzen wahrscheinlich, aber nicht absolut sicher zum Verschwinden bringen kann. Und ein paar Focus-Zeilen später ist der "kondomisierter Geschlechtsverkehr" nicht mal mehr eine "sicherere Art des sexuellen Umgangs": "Der US-amerikanische Aidsforscher Edward C. Green aus Harvard erklärte 2009, es gebe keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem verstärkten Gebrauch von Kondomen und einem Rückgang der HIV-Infektionsrate." Ja, und der US-amerikanische zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling erklärte, daß man mit genug Vitamin C so ziemlich jeden Krebs heilen könne. Und der deutsche Professor Dr. Meyl behauptet, daß Mondfinsternisse Neutinos auf die Erde bündeln und so Erdbeben auslösen würden. Sonst noch für irgendeine steile These ein Gewährsmann gebraucht?
Aber die Nutzlosigkeit von Kondomen ist ja kein Problem, der Papst hat ja seinen ausgefeilten Plan B: "Er appelliert an einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Sexualität, der Treue und gegebenenfalls auch Enthaltsamkeit einschließt." Und nachdem der Papst das AIDS-Problem mit dem raffinierten Rezept "Treue und Enthaltsamkeit" gelöst hat, wird er dann hoffentlich endlich die Kriege aus der Welt schaffen. Das Geheimkonzept soll schon, von dem großen Intellektuellen auf dem heiligen Stuhl persönlich ausgearbeitet, in den Schubladen des Vatikans bereitliegen: "Einfach nicht schießen"!

Aber bevor wir uns verzetteln lieber wieder zurück zum Focus.
Als Nicht-Kathole kann es einem zwar egal sein, aber er erklärt uns zum Irrtum Nummer 7 auch noch, warum der Ausschluß von Frauen vom katholischen Priesteramt keine geschlechtsspezifische Diskriminierung darstellt: Die Glaubenskongregation stellte 1998, so der Focus, faktisch unfehlbar fest, daß Frauen keine Priester werden dürfen. Daher sei auch der aktuelle Papst an diese Entscheidung gebunden, und folglich: "Eine Diskriminierung von Frauen liegt damit nicht vor." Und selbst wenn man mal der hirnerweichenden These folgt, daß eine Diskriminierung keine mehr ist, sobald sie durch eine "faktisch unfehlbare" Entscheidung zementiert wurde - zum Irrtum Nummer 2 behauptete der Focus selbst noch ganz richtig, daß die wenigsten Glaubenssätze unfehlbar seien, und das letzte unfehlbare Dogma die 1950 festgeschriebene leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel gewesen sei.

Da sollte man die "atheistischen Lobbyvereine" (Focus) wie die Giordano-Bruno-Stiftung wirklich zu schätzen wissen. Im Gegensatz zu katholischen Lobbyvereinen wie dem Focus Online argumentieren die wenigstens in sich konsistent.

Samstag, 20. August 2011

Best of Matussek

Es ist passiert! Nach Scorpions-Auftritten, Mauerfall und dem Ende von Linkspartei-Anzeigen in der Jungen Welt muß der verbliebene Kommunismus eine weitere, vielleicht seine letzte große Niederlage einstecken. Kim Jong-il wird weinen, denn die letzte, scheinbar unerschütterliche Bastion unter den kommunistischen Künsten ist von westlichen Imperialisten gestürmt worden: Die größte je gedichtete Verklärung eines schrumpligen Alleinherrschers richtet sich nunmehr nicht mehr an ihn, sondern an den Papst! Und wir Deutschen verdanken es niemand anderem als dem größten aller Papst-Groupies, Matthias "Weihrauchnase" Matussek, das sich die schleimigste, arschkriecherischste und rückgradloseste aller je in Deutschland publizierten Lobhudeleien nicht mehr an Blondis Herrchen richtet - sondern an seine Hochheiligkeit, dem Experten für Liebe und Wahrheit, dem Bewahrer der göttlichen Offenbarung und amtlichen Oberhaupt des homophobsten Schwulenvereins der Welt, Papst Benedikt dem Sechzehnten!
Matussek muß auf der letzten Spiegel-Betriebsfeier eine Menge kompromittierender Fotos geschossen haben, anders läßt es sich nicht erklären, daß Spiegel Online ihm erlaubt, sein sinn- und verstandfreies, sich nicht einmal um des Anstands willen mit einem Feigenblatt aus Seriosität bedeckendes Geseire zu verbreiten.
Und für alle, die schon beim Gedanken daran, gleich mehrere Spiegel Online-Artikel lesen zu müssen ([1], [2], [3],[4]) von Übelkeit befallen werden, gibt es hier die besten Sätze aus Matusseks Schleimspur direkt in den heiligen Stuhl von Gottes Stellvertreter hinein - und zwar im exklusiven Holy-Shit-Remix!
Zum auf der Netzhaut zergehen lassen:

"Man hat es diesem Tag nicht angesehen, morgens, dass er im Freudentaumel enden sollte. Plötzlich wird der Vorhang zur ersten Klasse beiseite geschoben, und da steht, klein und weiß und lächelnd, Benedetto. Er trägt ein Kreuz, seine Gesichtsfarbe ist gesund, seine Augen lachen. Ich hab mal der Queen die Hand gegeben. Aber der Papst! Das überstrahlt alles. Glänzende Augen, Lachen, durchaus Gesichter mit Spuren der Verzückung. Wie schön und geschichtsstolz der Katholizismus hier auftrumpft. Der Andrang ist gewaltig. Die Straßen sind gesäumt von Begeisterten, Männer und Frauen und Kinder, sie lieben ihren Papst hier, sie alle halten Benedetto-Fahnen in die Höhe. Er ist kein Pop-Papst. Er denkt. Der Papst beantwortet meine Fragen, ohne dass ich sie gestellt hätte. Er zitiert Platon. Genau so sieht sie wohl aus, die Avantgarde einer neuen Aufklärung. Unermüdlich in Madrids Hitze, bewundernswert gut in Form in seinem Papamobil. Zum Abschluss singt er mit ihnen das "Vater unser", immer noch stimmsicher, und erteilt ihnen den Segen. Immer wieder Beifall. Der Papst trifft den Ton. Seine Augen lachen. Und dann singen die Knaben wieder, und das fromme Brausen setzt wieder ein. Klöster wurden zur Wiege der Wissenschaften. Einst die Zentrale der berüchtigten Inquisition, heute Wissensort und Austausch freier Diskurse. So anstrengungslos und einfach und in atemlose Stille hinein entwickelt Professor Papst zwischen Altären seine Vision der Wissenschaften und des Glaubens und ihrer harmonischen gegenseitigen Durchdringung. Was folgt, sind geschliffen formulierte Kurzessays, ein Seminar über die Freiheit und die Wahrheit. Die Wahrheit des Glaubens braucht keinen Zwang. Der Papst, der Aufklärer, ist einer, der ihrer Kraft vertraut.
Seine Augen lachen.
Glänzende Augen, Lachen.
Gesichter mit Spuren der Verzückung.
So viel Freude, so viel Innigkeit in strahlendem Sonnenlicht.
Wo dem Kirchenoberhaupt jubelnde Nonnen und bunte Wissenschaftler huldigen.

Klingt verrückt, oder?"

Ja.
Und jetzt nicht mehr traurig sein, Kim Jong-il! Zwar hat der Papst die hübscheren Hütchen und die größeren Arschkriecher. Aber mit Sonnenbrille und in Bomberjacke machst immer noch Du die bessere Figur!



Nachtrag 19:30:
Ich hab' noch ein bisschen aus Matusseks 4. Teil hinzugefügt. Aber langsam wird's wirklich schwierig, diese stinkende Brühe aus Verzückung und Geschichtsklitterung noch mit Humor zu nehmen...

Nachtrag 21.8.:
Inzwischen gibt es den 5. Teil. Allerdings läßt Matussek nach - es gibt nur noch den Papst als geliebter Opa. Keine Geschichtsumdeutungen wie "Klöster als Wiege der Wissenschaft" oder dem Spanischen Bürgerkrieg als "rote Terrorjahre" mehr...

Freitag, 29. Juli 2011

Absolution mit Frischestein

Inzwischen habe ich als Atheist eine neue Lieblingskirche: Santa Cruz in Cuimbra (Portugal)! Denn nicht nur ist hier das Café gleich in die Kirche integriert:


Nein, hier sind auch die Toiletten quasi in den Beichtstuhl eingebaut:

Wenn einen also mal das dringende Bedürfnis nach wahrer seelischer Erleichterung überkommt - Klopapier ist selbst für große Sünden genug da!

Mittwoch, 8. Juni 2011

Vom Narzissten an den Monomanen

Ein besonders lesenswerter Artikel fand sich kürzlich in der katholischen Tagespost. Selten haben sich Küchenpsychologie, "flexible" Argumentationsweisen und Realitätsverlust geschmeidiger zu einem Text zusammengefunden als hier: Psychologie des antireligiösen Affektes. Wer dennoch keine Lust hat, den ganzen Artikel zu lesen, für den sei die zentrale Aussage kurz zusammengefasst: Religionskritiker sind narzisstisch gestörte Persönlichkeiten, die es nicht verkraften können, daß die Religionen sie in ihren menschlichen Größenfantasien einschränken. Wem das jetzt spontan nicht einleuchtet, der kann beruhigt sein - nach dem Lesen des Textes würde es ihm auch nicht mehr einleuchten. Da es nun die ganze Nacht brauchen würde, all den Unsinn des Artikels im Detail durchzugehen, möge es hier bei einer simplen Überlegung bleiben:
Auf der Welt gibt es ca. 2,1 Milliarden Christen, 1,3 Milliarden Moslems, 0.85 Milliarden Hindus und jede Menge "Sonstiges". Und da diese Religionen sich im Wesentlichen gegenseitig ausschließen, müssen also mehrere Milliarden Menschen zwangsläufig etwas Falsches glauben. Jeder einzelne Gläubige muß nun, zumindest, wenn er seine Religion richtig "verinnerlicht" hat, wie es im Artikel verlangt wird, der Überzeugung sein, daß sein Glaube der richtige ist. Und, verdammt, wie hieß es doch zu Freuds Zeiten noch gleich, wenn jemand unabhängig von rationaler Kontrolle der festen Überzeugung ist, er habe recht und alle anderen unrecht? Ach ja, richtig: Monomanie!
Super, das mit der psychologischen Gruppendiagnose ist wirklich viel einfacher, als man zunächst denken würde!

Freitag, 8. April 2011

Egal wie - Hauptsache tot

Neben dem Erschaffen von Universen und dem Erhören von Gebeten gehört es wohl zu den zentralen Aufgaben Gottes, Menschen "zu sich heimzurufen". Denn kaum eine Todesanzeige, die nicht von dieser Formulierung Gebrauch macht. Und Gottes Methoden des "Heimrufens" sind vielfältig. Da wird mal "nach schwerer Krankheit" oder "durch einen Unfall" heimgerufen. Und so schön diese Formulierung auch klingen mag, indem sie dem Tod eines Menschen einen persönlichen, sinnvollen Anstrich verpasst - sie ist doch völliger Unsinn. Man muß nur ein bisschen Vernunft aufbringen (und das darf man, können doch Glaube und Vernunft nie im Widerspruch stehen. Haha!), und schon wird klar, Gott benutzt weder Krankheiten noch Unfälle, um seine Geschöpfe aus dem Leben zu sich zu rufen. Denn: Weshalb gibt es noch Blinddarmentzündungen (Appendizitis)?
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren sie ein recht effizienter Weg für Gott, Menschen heimzurufen. Noch der Mathematiker Hermann Minkowski (✝ 1909 im Alter von 44 Jahren) oder der Zauberer Harry Houdini (✝ 1926 im Alter von 52 Jahren) starben an den Folgen von Blinddarmentzündungen. Doch Dank der Chirurgie ist die Sterblichkeit bei dieser Erkrankung dramatisch gesunken, und die allermeisten Patienten, zumindest in Europa, überleben eine Blinddarmentzündung problemlos. Doch gibt es deshalb jetzt weniger Fälle von Blinddarmentzündungen? Wenn Gott diesen Weg zum "Heimrufen" benutzte, dann ist er jetzt nutzlos geworden, und er bräuchte keine Entzündungen mehr schicken. Offenbar aber bleibt es bei dieser Krankheit, völlig egal, was ihre Folgen für den Erkrankten sind. Da ist es wohl offensichtlich, daß keinerlei Sinn oder Ziel hinter einer solchen Erkrankung steckt. Und warum sollte dies bei anderen Krankheiten nun anders sein?
Letztlich könnte selbst ein Blick in die Sterbetafeln der Statistiker auf den Gedanken bringen, daß es keinen "Heimrufungsplan" Gottes gibt. Denn in Deutschland steigt seit Jahren die Lebenserwartung seit Jahren in allen Altersstufen und bei beiden Geschlechtern kontinuierlich an, was wohl unbestritten an den immer weiter verbesserten Lebensbedingungen liegt (u.a. bei der Behandlung von Blinddarmentzündungen!). Also scheint Gott also nicht weiter dazwischenfunken und nach anderen Wegen der Heimrufung suchen zu wollen. Da kann es wohl nur der Wunsch sein, der hinter einer Krankheit oder einem Unfall eine göttliche Absicht zur "Heimrufung" vermuten lässt.
Und jetzt soll nochmal einer sagen, religiöse Aussagen könnten nicht durch Beobachtung der Welt überprüft werden! ;-)