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Samstag, 16. April 2016

MUЯ OƧ HƆUA THƆIИ MUЯAW

Daß eine Vierjährige ihren Namen schreiben kann: ok. Aber wenn die bei einem Besuch eine Magnettafel mit kyrillischen Buchstaben findet und das "И" und "Г" benutzt, um ihren Namen spiegelverkehrt zu schreiben - ist das ein Zeichen leichter Verwirrbarkeit oder besonderer Begabung?

Sonntag, 14. Februar 2016

Play hard

Man ja jetzt nicht unbedingt soo wahnsinnig gerne einen Kindergeburtstag im Haus. Aber zwei Kindergeburtstage gleichzeitig? Also wurde die Party der Zwillinge ausgelagert in eine kleine Elterninitiativen-Kita in der Nähe mit einem sehr schönen Spielzimmer und einem kleinen Hof und mit allem, was die junge Zielgruppe für ein Fun-Event so braucht. Gut, diese kleine private Kita wird von diesen Bioreiswaffelmüttern betrieben. Frauen, die sich sorgen, ob die Fischstäbchen auch stressfrei in Form gestanzt wurden (also stressfrei für den Fisch, nicht für die Billiglöhner in der Fischfabrik). Ja, zugehörigen Väter sind wohl eigentlich auch involviert, scheinen sich aber darauf zu beschränken, den Windeleimer auszuleeren und ansonsten die Bioreiswaffelmütter einfach mal machen zu lassen. Aber im Prinzip sind die ja ganz nett.
Zuerst waren sie ein wenig skeptisch ob sie die Räumlichkeiten für eine Geburtstagsfeier vermieten könnten, und dann auch noch an einem Sonntagvormittag, oder ob das nicht womöglich Ärger gäbe. Aber schließlich haben sie dann doch mit der Einschränkung, nicht mehr als fünfzehn Kinder dazuhaben, zugestimmt, und das für einen wirklich fairen Kostenbeitrag für den Kita-Betrieb. Und fünfzehn Kinder sollten ja auch kein Problem sein: zwei eigene, jeder kann sechs Freunde einladen, alles im grünen Bereich. Allein, die Praxis ist komplizierter als die Theorie. Die einen brachten noch ihre Geschwisterchen mit weil die ja auch irgendwohin müssen, dann kamen noch irgendwelche Leute deren Kinder Freunde von Freunden sind (ich dachte, sowas kommt erst wenn die älter sind?), und schwups waren es schon zwanzig Kinder. Und zwanzig Kinder der Altersgruppe 3 bis 5 können, ist die Party erst einmal richtig in Fahrt gekommen, einen ganz beachtlichen Geräuschpegel hervorbringen. Einen wirklich ganz Beachtlichen! Und da kann ich die Nachbarn irgendwo ja auch ein bisschen verstehen. Wenn man montags bis freitags einen Kindergarten im Block hat und dann Sonntag Mittag der Lärm noch einmal zu neuen Höhepunkten anschwillt, da kann man schon mal etwas gereizt reagieren.
Es klopfte also die Staatsgewalt an der Tür. Zuerst hatte ich sie bei all dem Kindergekreische gar nicht gehört. Irgendwann aber fielen mir die winkenden Polizisten vor dem Fenster doch noch auf, also ging ich raus um sie in der Stille der nur mittelstark befahrenen Straße verstehen zu können. Die Exekutive war sehr nett, da kann man in diesem Fall wirklich nix sagen, und sie ließ auch keinen Zweifel daran, daß sie den Einsatz gegen einen Kindergeburtstag jetzt nicht unbedingt als eine Heldentat im Kampf für unsere freiheitlich-demokatische Grundordnung betrachtete. Trotzdem meinten die Beamten, daß es vielleicht ganz gut wäre, wenn die Party dann langsam auch mal zu ihrem Ende kommen würde. Bei der feiernden Crowd zwischen Indoor-Schaukel und Kissenburg wurde diese Wendung mit einer gewissen Enttäuschung aufgenommen. Aber dennoch glaube ich, daß die Polizei den Zwillingen langfristig gesehen das schönste Geburtstagsgeschenk überhaupt gemacht hat:
"Meine erste Party, die von der Polizei beendet wurde, das war mein vierter Geburtstag!" Sowas kann man doch bis Mitte Zwanzig noch voller Stolz erzählen!

Sonntag, 28. Juni 2015

Gottes lausige Schöpfung

Es gibt nicht besonders viele Entscheidungen in meinem Leben, von denen ich im Nachhinein sagen würde, sie seien uneingeschränkt richtig gewesen. Eigentlich sogar erstaunlich wenige… Hm, vielleicht sollte ich besser nicht allzu sehr darüber nachdenken. Aber eine der wenigen eindeutigen Ausnahmen ist die schon in jungen Jahren getroffene Entscheidung, mir das Haupthaar abzurasieren. Käme ich aus der ostdeutschen Provinz, ein solcher Schritt wäre wohl voll im abstoßenden Mainstream gewesen. In meinem Umfeld dagegen fiel es auf (und ich war auch bei Menschen, die mich kannten, immer jeglicher Sympathie für rechtes Gedankengut unverdächtig). Und die Vorteile, die diese Entscheidung mit sich brachte, zeigten sich schnell und deutlich.
Zuerst einmal, ein kahler Kopf macht einen Mann einfach ungemein sexy! Jaja, ich weiß, dies ist für gewöhnlich ein umstrittener Punkt. Ich kenne das verächtliche Schnauben der Haarträger an dieser Stelle. Aber glücklicherweise ist dies eine Frage, die sich jetzt und hier schnell und eindeutig klären läßt. Hier: A, B oder C? Finde den Sex!
In diesem Punkt sollten wir uns also einig geworden sein. Die übrigen Punkte sind dagegen unstrittig:
Egal ob Regen oder Wind, egal ob man gerade aus der Dusche oder dem Bett kommt, die Haare liegen einfach immer perfekt! Außerdem spart man durch den richtigen Haarschnitt eine Menge Zeit und Geld. Und zu Zeiten, in denen der Frisör für keine 10 Minuten schnippeln mehr Geld sehen wollte als ich die ganze Woche für's Mittagessen ausgab, war diese Ersparnis durchaus wesentlich.
Ein weiterer Vorteil kommt mit dem Alter hinzu. Da werden die Haare allmählich dünner. Doch praktischer Weise gibt es niemanden mehr, der noch wüßte, wie ich mit Haaren aussah. Nicht einmal ich selbst erinnere mich noch so recht daran. Da ist Haarausfall auch kein Thema!
Der letzte und größte Vorteil aber zeigt sich erst, wenn die Kinder in den Kindergarten gehen: Man muß keine Angst vor Läusen haben!

Ja, ich kann mich auch nicht erinnern, daß zu meiner Kindergarten- und Schulzeit Läuse ein Thema gewesen wären. Und die Mutter meiner Kinder ging zwar in einer ganz anderen Ecke in den Kindergarten, kann sich aber auch nicht an Läuse erinnern. Und der Apotheker, der uns die Läusekur verkaufte, meinte, er könne sich auch nicht daran erinnern, vor 20 Jahren Läusemittel verkauft zu haben. Vielleicht ist die Rückkehr der Läuse, wie die Rückkehr der Suppenküchen oder der Tagelöhner, einfach ein weiteres Symptom der gesellschaftlichen de-Evolution in Europa. Auf jeden Fall aber zupft die Mama nun sich und den Kleinen verzweifelt bis dezent hysterisch in den Haaren herum. Mich selber läßt dieses Problem hingegen irgendwie kalt. Und so kann ich währenddessen einfach dasitzen und mir so meine Gedanken machen. Z.B. darüber, daß die Kopflaus ausschließlich den Menschen befällt, und keine Tiere. Als Mensch mit eher materialistischem Weltbild würde ich ja sagen, daß sich die Kopflaus Pediculus capitis evolutionär halt auf einen einzigen Wirt, eben homo sapiens, spezialisiert hat. Von einem religiös-kreationistsischem Standpunkt aus ist die Laus dagegen sehr viel spannender: Offenbar hat der liebende Herrgott in seiner unergründlichen Weisheit ein Wesen geschaffen, das allein auf dem menschlichen Kopf lebt, nirgends sonst, um dort durch das Einspeicheln von in die Haut geritzten Wunden Juckreiz auszulösen. Na schönen Dank auch! Aber wenn Gott ganz offenbar will, das Läuse des Menschen Haupt bevölkern, ist dann nicht die Läusebekämpfung ein Frevel gegen Gottes Schöpfung?
Als ich der Mama, sie war mit Tränen in den Augen kurz davor, ihrer verblüfften Tochter ein Glas Mayonnaise in die Haare zu schmieren (darin sollen Läuse angeblich ersticken), aus dem Hintergrund des Raumes diese Gedanken zur Diskussion hinwarf, schrie diese aber nur gereizt in meine Richtung:
"Seh' ich vielleicht aus wie irgend so ein verkackter Jesus-Freak!?!"
Die doch eher direkte Wortwahl in diesem Moment sollte man mit Blick auf ihren emotional etwas angefassten Zustand entschuldigen. Aber eine Person, die auch in der Stunde der Not und des Kummers ihre Hoffnung immer noch lieber auf ein Glas Mayonnaise setzt als auf Gott - die hat man doch wirklich gerne um sich!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Soll ich's der Mama sagen?

Daß ihr zweijähriger Sohn das aktuelle Titanic-Cover gesehen hat…


… und sofort begeistert
"Ah, da! MAMA!!"
ausrief?

Samstag, 9. August 2014

Unendlicher Unsinn

Das Repertoire zum  Beeindrucken von Menschen durch Wahrscheinlichkeitsrechnung beinhaltet ja auch dieses Gedankenspiel vom Affen, der beliebig, ja unendlich lange auf einer Schreibmaschine herumhämmert und dabei irgendwann einmal Shakespeares komplette Werke zu Papier bringt, aus reinem Zufall.
Seitdem zwei Zweijährige gerade einmal 15 Minuten auf der Tastatur meines Laptops herumgehämmert haben weiß ich, das ist einfach nur Unsinn. Es braucht ganz erheblich weniger als unendlich lange - und schon ist die Tastatur kaputt!

Ich glaube, ich bin jetzt Bayesianer, und nicht mehr Frequentist…

Sonntag, 15. Juni 2014

Terrorbaby

Was fand ich die Beantragung von Kinderpässen idiotisch! Denn für die gelten inzwischen ganz im Ernst die gleichen Regeln und Formulare wie für Erwachsene! Das bedeutet biometrische Passfotos von Säuglingen. Und es bedeutet jede Menge blödsinnige Angaben.
Augenfarbe?
Na, blau, wie bei quasi allen weißen Neugeborenen.
Größe?
Zum Zeitpunkt der Geburt oder zum Zeitpunkt der Antragsstellung oder zum Zeitpunkt der Passausstellung, oder wie?
Haben sie Dienst in ausländischen Streitkräften geleistet?
Nee. Das mag jetzt überraschend kommen, aber anders als die deutsche Bundeswehr betreibt die Fremdenlegion keine Krabbelgruppen.

Womöglich sind aber all diese Fragen und Angaben zur Terrorabwehr doch bitter nötig? Inzwischen würde ich da durchaus mit mir reden lassen. Denn heute komme ich ins Wohnzimmer und finde sowas:


Sobald sie anfangen, das Buch richtig herum zu halten, filze ich sie persönlich noch mal vor der Fahrt zum Flughafen…

Dienstag, 25. März 2014

Thomas heisst er, ist Bademeister

Zwei kleine Kinder gleichzeitig zu versorgen, das führt quasi zwangsläufig zu einer routinierten Arbeitsteilung im Haushalt. So ist die Sorge um die abendliche Körperpflege immer meine Aufgabe, während die Mama parallel das Abendessen vorbereitet. Das bedeutet aber auch, daß die beiden Kleinen das Baden immer mit Papa in Verbindung bringen. So auch neulich abends.
Um auf dem Weg nach hause noch eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen, saßen wir in einem kleinen Imbiss-Restaurant. In einer Ecke des Raums unter der Decke dudelte in einem Fernseher irgendein Musiksender vor sich hin. Die Kleinen, sich Salatschnipsel von Mamas Dönerteller in die Münder stopfend, starrten ganz gebannt auf den bunt flimmernden Kasten. Irgendwann dann lief das Video zu Shakiras Lied Addicted to you. Und in dem kurzen Moment, in dem sich Shakira im Video in einer Badewanne räkelt, ruft meine Tochter plötzlich ganz begeistert durchs Lokal: "Ahh! Papa baden!"
Ja, was soll man da sagen? Recht hat sie! Ich finde auch, daß ihr Vater ruhig mal Shakira baden könnte. Nicht, daß die noch mit Kacka am Popo ins Bett gehen muß! Und sollte sie demnächst mal abends in unserer Badewanne liegen, dann kann ich mich auch ganz professionell um sie kümmern:
Ich habe immer Quitscheente und Plastikschiffchen zur Unterhaltung griffbereit!

Neue Aufgaben warten...

Donnerstag, 2. Januar 2014

Chinesisches Neujahr

Mit den Tieren ist es bei den Kleinen der Generation U2 nicht so einfach. Daß Kühe "Muh" machen und Katzen "Miau", das haben sie inzwischen zwar gelernt. Aber alles andere, was entfernt nach einem Tier aussieht, ist ein "Wauwau", sei es nun ein Schaf, ein Meerschweinchen oder ein Eichhörnchen. Aber das ist ja auch verständlich. Als Großstadtkinder beschränkt sich ihr direkter Kontakt mit Tieren jenseits von Hund und Katze auf das Backhähnchen im Ofen. Letzteres beeindruckt sie aber nachdrücklich. Vielleicht, weil ich es immer, nur auf die Füße gestützt, aufrecht auf eine Bierflasche gesetzt in den Ofen stelle. Das sieht zwar ein bisschen obszön aus, ersetzt aber hervorragend den Hähnchengrill. Frei und aufrecht im Ofen stehend, kann das Fett rundherum abfliessen, und das Hähnchen wird von allen Seiten kross und knusprig. Und das herunterlaufende Fett mit der Marinade tröpfelt auf die darunter ausgebreiteten Kartoffelspalten und lässt diese herrlich würzig und saftig werden. Schon der Geruch läßt einem das Wasser im Munde zusammen laufen! Das findet auch unser Vermieter. Als wir am gestrigen Neujahrstag zum Abendessen ein Hähnchen im Ofen hatten, klingelte er, um uns freundlicherweise ein im Treppenhaus vergessenes Spielzeug in die Wohnung zu bringen. Bei der Gelegenheit bat ich ihn gleich herein, auf das er sich mal die allmählich größer werdenden dunklen Flecken an unserer Wohnzimmerdecke ansehe, wo offenbar Wasser vom Vordach in die Decke sickert. Auf dem Weg hinaus blieb er dann vor der Küchentür stehen, schnupperte, und fragte: "Das riecht ja köstlich hier! Was haben sie denn im Ofen?" Da baut sich der Kleine vor ihm auf und sieht mit seinen großen Augen zu ihm hinauf. Und, mit seinen kleinen Fingerchen auf die Ofentür hinter ihm deutend, verkündet er glücklich lächelnd: - "Wauwau!"

Ich hoffe, wir bekommen keinen Ärger, sollte irgendwann einmal in der Gegend ein Hund abhanden kommen!

Mittwoch, 19. Juni 2013

Mimesis reborn

Die beiden Babies haben seit einiger Zeit eine neue Beschäftigung. Mit einer Hand halten sie sich einen beliebigen Gegenstand - Löffel, Spielzeugauto, Tasse, Bauklötzchen, was auch immer - ans Ohr. Mit der anderen Hand aufgestützt blicken sie weltmännisch in die Weite und rufen dabei ihr Lieblingswort "Digl? Digl!".

Also von uns haben sie das bestimmt nicht, wir telefonieren wirklich sehr wenig. Aber es ist schon verblüffend, wie kunstvoll und vollendet die Kleinen einen Telefonierenden imitieren können! Sie müssen es sich aus dem Kinderwagen heraus bei Leuten auf der Straße abgeguckt haben. Und jetzt ist mir auch klar, daß es kein Zeichen von Tollpatschigkeit ist, wenn sie, auf das Spielzeug in ihren Händen starrend, gegen Stühle oder den Kleiderschrank torkeln:
Offenbar haben sie sich das Verhalten des gemeinen Smartphonebesitzers auf öffentlichen Gehwegen auch sorgfältig abgeguckt!

Samstag, 11. Mai 2013

Zweitnutzung...

In meiner deutschen Ignoranz war ich ja beim Einzug dem Bidet im Bad der neuen Wohnung gegenüber ziemlich gleichgültig. Inzwischen habe ich aber die Vorzüge dieser Sanitärinstallation zu schätzen gelernt:
Ein Bidet eignet sich ganz hervorragend als Babywaschbecken!


Sonntag, 16. Dezember 2012

Warp-Antrieb für Kerle

Mädchen entwickeln sich ja generell schneller als Jungen. Das haben mir schon alle versichert, von der Familie bis zur Chefin. Und das gilt nicht nur für's Krabbeln und Laufen lernen, sondern eigentlich für das ganze Leben. Mädchen sind ordentlicher und fleißiger und lernen besser in der Schule und bekommen die besseren Noten und so fort. Das versicherte mir zumindest die Mutter der beiden Kleinen im Haus, nicht ohne ein bisschen versteckten Stolz auf die Tochter, wie mir scheint. Um mir die Überlegenheit meiner Tochter über meinen Sohn in Sachen Schnelligkeit und motorische Fähigkeiten zu demonstrieren, griff sie kürzlich zu einem Experiment:
Sie breitete auf dem Fußboden eine Decke aus. Auf das eine Ende der Decke stellte sie eine Schüssel mit zurzeit in Babykreisen schwerst angesagten Plastiksternen. An das andere Ende der Decke setzte sie die Tochter. Die sah sich sofort neugierig um und dokumentierte die Entdeckung der Sterne mit einem begeisterten "A-Da-Daah!". Sofort schwang sie sich mit einem Strahlen im Gesicht auf alle viere und krabbelte wirklich flink und elegant zu den Sternen, um diese sogleich selig mit ihrem Speichel zu benetzen.
Kurz darauf wiederholte die Mutter den Versuch mit dem Zwillingsbruder. Der starrte die Sterne am anderen Ende der Decke eine Weile an seiner Socke saugend an. Dann viel er plump und mit einem Grunzen auf den Bauch. Und mit vier, fünf schnellen Bewegungen raffte der die Decke mit der Schüssel drauf so weit vor sich zusammen, bis die Sterne direkt vor seiner Nase landeten.
Ok, Mädchen mögen sich schneller entwickeln als Jungs, und sie mögen fleißiger sein und engagierter. Aber am Ende, wenn's drauf ankommt, ziehen die Jungs auf ihrem Hintern sitzend doch noch locker vorbei. Ist das geil, ein Mann zu sein!
Und der Warp-Antrieb für Reisen zu den Sternen wird eines Tages auch von einem Mann erfunden werden, jede Wette...

Sonntag, 2. Dezember 2012

Te Quiero Puta!

Es ist schon erstaunlich, wie früh es einen Unterschied macht, ob man wie ich damals in der Tiefe der Provinz aufwächst, oder wie mein Sohn inmitten einer Großstadt. Ich glaube nicht, daß ich im zarten Alter von 10 Monaten ersten Kontakt zu Prostituierten hatte. Mein Sohn hingegen schon, sogar mit zweien gleichzeitig!
Die beiden jungen Damen kennen wir schon seit einer Weile vom Sehen. Wir sitzen öfters in einer Bäckerei mit Café auf unserem Stammplatz am Fenster und genehmigen uns auf dem Spaziergang den verdienten Nachmittagskaffee für die Babys und deren hauptamtliche Betreuer. Die beiden gesagten Damen kommen dann immer mal wieder aus einer Seitenstraße herunter und winken im Vorbeigehen den beiden Kleinen durch die Scheibe begeistert zu, bevor sie dann auf die Hauptstraße einbiegen und verschwinden. Die Garderobe der beiden jungen und kinderlieben Frauen ist dabei jedesmal sowohl unter gesellschaftlichen wie auch unter Witterungsgesichtspunkten durchaus extravagant gewählt, so daß die Annahme nahe liegt, daß es sich dabei um Berufsbekleidung handelt und die Beiden auf dem Weg zur Arbeit sind. Das letzte Mal trafen wir sie aber auf der Straße vor dem Café, und sofort stürzten sie sich begeistert auf die Kleinen im Kinderwagen. Besonders der Junge hatte es ihnen angetan. Sie knuddelten seine Hände und wackelten an den Füßen und ergingen sich darüber, wie süß er insgesamt doch sei. Ja, mein Sohn kann halt gut mit Frauen! Aber ich denke doch, das reicht für ihn erst einmal an Erfahrungen. Das nächste Mal, wenn eine Prostituierte mein Baby anfassen will, werde ich sie gleich offensiv angehen: Mit der Hand kost' zwanzich...!

Freitag, 8. Juni 2012

Wenn der Spaß vorbei ist...

Mit zwei kleinen Babys unterwegs zu sein, sorgt immer und immer wieder für ein verzücktes Lächeln auf den Gesichtern von Passanten. Mein Sohn hat es sogar geschafft, bei einer einzigen U-Bahn-Fahrt von vier fremden Frauen nacheinander angeflirtet zu werden! Mensch, man müßte noch mal drei Monate alt sein. Mehr Erfolg bei Frauen hat ein Mann im ganzen Leben nicht mehr! (Und auch die Bereitschaft, sich von einem ins Dekolleté sabbern zu lassen, sinkt irgendwann rapide ab). Wenn es so weiter geht, sind wir bald nur noch die Familie "Ohh...!".
Allerdings weicht die leicht entrückte Freude in den Gesichtern der Fremden schnell einer gewissen mißmutigen Irritation. Vielleicht sollte ich nicht immer jedem, der mich und die Zwillinge auf der Straße anlächelt, ein "Benutz' Kondome!" entgegenrufen...

Dienstag, 15. Mai 2012

Erektionen in Milch

Daß Männer primitive Lebensformen sind, wissen alle Frauen der letzten 10 000 Jahre. Sein Lebensmittelpunkt baumelt dem Manne am Schambein herab und sein Selbstwertgefühl hängt an dessen Erektionsfähigkeit. Eigentlich ist es unter diesen Umständen nur folgerichtig, daß der Mann unter seinesgleichen ausgiebig davon zu erzählen hat, wie oft er es dem kleinen Luder aus der Nachbarschaft in der letzten Nacht [in seiner Phantasie] besorgte. Ein solches Selbstverständnis bleibt Frauen unbegreiflich. Zwar habe sie es gelernt, je nach Gusto therapeutisch ("Das macht doch nichts, es war auch so schön für mich.") oder sadistisch ("Ich hab gestern meiner besten Freundin erzählt, daß du ihn nicht hochkriegst. Sie meint, du könntest ja mal mit ihrem neuen Macker reden, der weiß, wie man Frauen befriedigt.") auf den Mann einzuwirken. Doch der Kern männlicher Selbstbehauptung bleibt ihnen dennoch im Grunde ein primitives Rätsel.
Giebelschmuck am "Städtischen Stillhaus" (um 1910).
Frauen dagegen sind ganz, ganz anders. Was Männern die Potenz, ist ihnen die Fähigkeit zum Stillen. Jahrzehnte des Feminismus hin oder her, entdecken auch gestandene Frauen die kleine Kristina Schröder in sich und glauben, nur dann eine richtige Frau zu sein, wenn sie auch Mutter sind und ihr Kind selbstverständlich an ihrem Busen nähren. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel bekam ich gerade heute wieder geboten. Da steht man mit der Mutter und den beiden kleinen Zwillingen an den Bäuchen festgeschnallt an einer Ampel. Eine völlig unbekannte Frau und Mutter mit eigenen Zwillingen im Kinderwagen kommt hinzu. Nach dem kurzen, wechselseitigen "Hallo, wie süß!" kam die fremde Frau sofort auf den Punkt: "Und, wie klappt es mit dem Stillen?" Und noch bevor man mehr als ein "Ach, also..." antworten konnte, kam gleich: "Also, ich habe meine Beiden sieben Monate und zwei Wochen ausschließlich mit meiner eigenen Milch gefüttert!" Und noch jetzt, mit fast zwei Jahren, dürfen ihre beiden Kleinen noch immer regelmäßig am mütterlichen Lebensquell kosten. Ja, und ich kann fünf Mal in der Nacht. Also, in jeder Nacht. Diese angemessene Erwiderung habe ich der Unbekannten aber nicht gegeben, sondern das Gespräch den beiden anwesenden Frauen allein überlassen. Männern bleibt dieses weibliche Selbstwertgefühl eh' ein Rätsel. Aber einen Satz wie: "Ich habe dem Hubert auf der Arbeit gesagt, daß du nicht genug Milch hast. Er meinte, du könntest ja mal mit seiner Frau reden, die weiß, wie man Babys versorgt." sollte ein Mann nur zu einer Mutter sagen, wenn er riskieren will, seinen letzten gesellschaftlichen Auftritt als Familientragödie in den Abendnachrichten zu haben.
Nur einen Unterschied gibt es zwischen der männlichen Potenz und dem Stillen der Frau. Wenn die Hydraulik im männlichen Schritt nicht mehr genug Druck aufbaut, kann der Mann immer noch Wolkenkratzer bauen, auf den Mond fliegen oder sich eine Porsche als sichtbares Symbol seiner Manneskraft anschaffen. Doch wie kann eine Frau ihre weiße Liquidität ähnlich zur symbolisch zur Schau tragen, sind die Brüste trocken gefallen? Weiße Farbe in den Springbrunnen kippen? Die Seerosen gießen?
Da zeigt es sich: Selbst in Sachen Primitivität ist der Mann der Frau voraus.

Freitag, 3. Februar 2012

Paradigmenwechsel der Ökotrophologie

Sind einmal Babys eingetroffen, ändert sich viel für die neue Mama und den neuen Papa - nicht zuletzt auch ihre Ernährungsbedürfnisse. Um den jungen Eltern, gerade auch von Zwillingen, die Umstellung auf richtige Ernährung zur Versorgung ihrer Babys so leicht wie möglich zu machen, bietet DWüdW hier den Überblick über die drei wichtigsten Cerealien, die jetzt auf keinen Fall im Haushalt fehlen dürfen. Vertrauen Sie also auf den Rat von Experten in dieser ständig aktualisierten Liste!

Aspirin
Am besten zubereitet als: Weiße Pillen
Essenzieller Nährstoff: Acetylsalicylsäure
Enthält außerdem: Modifizierte Maisstärke
Hinweise: Dämpft Kopfschmerz, Gliederschmerz, in Kombination mit Zigaretten und Kaffee auch Weltschmerz.
Empfohlene Tagesdosis: Zwei Pillen alle vier Stunden.



Kaffee
Am besten zubereitet als: Möglichst stark, möglichst kräftig gezuckert
Essenzieller Nährstoff: Koffein
Enthält außerdem: Wenn gezuckert, Zucker
Hinweise: Ermöglicht es, sich zu bewegen.
Empfohlene Tagesdosis: Zwei Tassen alle zwei Stunden.


Zigaretten
Am besten zubereitet als: Kleine, an einem Ende brennbare Stäbchen
Essenzieller Nährstoff: Nikotin
Enthält außerdem: Wen interessiert's?
Hinweise: Dämpft das Hungergefühl, beruhigt die Nerven.
Empfohlene Tagesdosis: Eine pro Stunde
(Dosis bei Bedarf erhöhen).




In eigener Sache:
Die Verleihung des Hegel-Preises für die Mißachtung der Logik 2011 steht natürlich noch aus. Umständehalber ist die Preisverleihungszeremonie vom Preiskomitee aufgeschoben worden. Das Komitee bittet um Verständnis.

Sonntag, 29. Januar 2012

Born this way

Etwas früher als erwartet und mit einer harten Landung sind die beiden neuen DWüdW-Redaktionspraktikanten eingetroffen. Gesund, und hin und wieder auch mal munter.


Und da beginnen auch schon die Probleme. Wenn die beiden Neuen nicht gerade saufen wie die Löcher, dann hängen sie bloß faul im Bett rum. Interesse an der redaktionellen Arbeit zeigen sie gar keine, dafür aber umso mehr an den Titten der Chefredakteursgattin. Man sieht also, es wird eine Weile dauern, bis der Chefredakteur die Ordnung und Arbeitsmoral bei der Wahrheit über die Wahrheit wieder voll hergestellt hat. Aber damit ist es ja nicht eilig. Denn was die beiden Neuen noch nicht ahnen: Sie stecken in Knebelverträgen, aus denen sie erst in achtzehn Jahren herauskommen! Hahar!

Sonntag, 1. Januar 2012

Staubige Schwangerschaft

Eigentlich dachte ich, so etwas wäre auch nur ein Klischee über Schwangere, so wie daß sie sich Erdbeermarmelade auf ihre Ölsardinen streichen würden. Aber in diesem Fall stimmt es. Kaum daß die Geburt näher rückt, verfallen Schwangere hoffnungslos einem leidenschaftlichen Nestbautrieb. Und dann müssen sogar die Lampenschirme geputzt werden! Aber das verstehe ich ja. Was soll das Baby denn denken, in was für eine dreckige Welt es da hineingeboren wurde, wenn die Lampenschirme voller Staub sind? Doch mein sachlicher Einwand, daß Neugeborene frühestens nach vier Monaten Dinge jenseits einer Armlänge erkennen können, und daß das Putzen der Lampenschirme daher noch ein bisschen Zeit hätte, stieß auf taube Ohren. Also klettert man auf die Leiter und wischt. Kaum aber ist diese Aufgabe erledigt, entspinnt sich der folgende Dialog:

Sie:   Ich hab mir mal die Fußleisten angeguckt, da ist auch jede Menge Staub!
Er:    Was?
Sie:   Die Fußleisten sind ganz staubig, die mußt du auch noch wischen.
Er:    Wen interessiert schon, ob die Fußleisten staubig sind?
Sie:   Hier schlafen bald zwei kleine Babys!
Er:    Die schlafen aber nicht auf den Fußleisten.
Sie:   Aber die atmen das dann alles ein!
Er:    Wenn's auf den Fußleisten liegt, können sie es nicht einatmen.
Sie:   Aber was aufgewirbelt wird!
Er:    (beugt sich zu der Fußleiste hinab) Da liegt wirklich eine Menge Staub.
Sie:   Sag ich doch!
Er:    Das wird wohl mit der Zeit auch immer mehr...
Sie:   Eben!
Er:    Und das heißt, daß da die Staubablagerungsrate deutlich höher ist als die Aufwirbelungsrate! Das Wegwischen des Staubes wäre daher eine höchst ineffektive Methode, den Staubgehalt in der Raumluft zu reduzieren. Weißt du, du mußt das quasi mikrogeologisch sehen! Die Fußleisten stellen ein Sedimentbecken für den Hausstaub dar...
Sie:   Ich dulde kein Sedimentbecken im selben Raum wie meine Babys!

Was kann man darauf noch erwidern? Also krabbelt man mit einem Lappen die Fußleisten entlang. Und man fragt sich, was eigentlich aus den wilden Zeiten geworden ist, von denen man als Jugendlicher dachte, daß sie irgendwann ja mal losgehen müssten?

Freitag, 4. November 2011

Ein Irving der Evolution

Seit Babies unterwegs sind, steigt in unserer Wohnung die Bärchendichte immer und immer weiter an. Kleine süße Bärchen finden sich nahezu überall, auf Sabberlätzchen und Strampelanzügen, auf Handtüchern und Bettzeug. Gut, es sind nicht nur Bärchen, da gibt es auch niedliche Nashörner, Giraffen und Bohnen und Möhren, die Unterhosen tragen (Was um alles in der Welt werfen sich diese Babykramdesigner bei der Arbeit eigentlich ein?). Aber hauptsächlich sind es Bärchen. Dabei haben Bären unsere Vorvorfahren noch in ihren Höhlen verspeist. Und heute noch muß man beim Campen auf Spitzbergen ein Gewehr mitnehmen, sollte man nachts mal zum Pinkeln raus müssen, und nicht als Mitternachtssnack eines Eisbären enden wollen. Steckt hinter den ganzen kleinen Bärchen vielleicht der Versuch einer Verarbeitung? Quasi das Neutralisieren einer menschlichen Urangst durch Verniedlichung der Gefahr? Das wäre ja noch eine sympathische Erklärung für diese Bärchenleidenschaft. Aber dann mußte ich an Wurst denken. Harmlose Tiere stopft der Mensch in kleine Stückchen geschnitten in deren eigenen After. Gefährliche Raubtiere werden anders gedemütigt, ihr Abbild wird auf Babysabberlätzchen gedruckt. So kann dann das menschliche Neugeborene, eine Kreatur so schmächtig und hilflos, daß sie im Zweikampf nicht einmal gegen ein Meerschweinchen bestehen könnte, nach Herzenslust den Fressfeind seiner Ururahnen vollsabbern und vollspeicheln.
Was bin ich froh, ein Mensch zu sein! Würde ich einer anderen Spezies angehören, ich glaube, ich würde den Homo sapiens sapiens einfach nur zum Kotzen finden.

Samstag, 15. Oktober 2011

Willkommen am Limit!

Ironman? - Was für Mädchengeburtstage!

Testpiloten? - Weicheier, die sich schon für harte Kerle halten, bloß weil sie es schaffen, bei 6 g nicht an der eigenen Kotze zu ersticken!

Neinneinnein, Schluß mit Pillepalle! Seit heute weiß ich: Wer Extremsituationen braucht und wirklich wissen will, wo der menschliche Körper und Geist an ihre Grenzen stoßen, der muß an einem Samstag Nachmittag mit einer schwangeren Frau zum Babysachenkaufen zu Ikea.
Selbst Humphrey Bogart bräuchte danach mindestens eine halbe Flasche Brandy, um mit einer solchen Erfahrung klarzukommen!

Mittwoch, 10. August 2011

Eine Frage des Speicherplatzes

Es gibt so gewisse Sätze, deren dramatischen Klang kennt man aus Filmen, sie selbst zu hören hätte man aber niemals erwartet. Der Satz "Das Haus ist umstellt, kommen sie mit erhobenen Händen heraus!" ist etwa so ein Satz, oder auch bei Taxifahrern "Folgen sie diesem Wagen!". Nicht ganz so dramatisch, aber trotzdem in diese Richtung geht es, wenn man auf der Arbeit das Telefon abnimmt und von einer wohlbekannten weiblichen Stimme sehr ernst mit dem Satz begrüßt wird: "Setz' dich erst mal hin!" Sofort setzt ein gewisses Gefühl der Derealisation ein, und Gedanken wie: Haben wir im Lotto gespielt? Habe ich eigentlich, als ich heute Morgen ging, in der Küche das Gas abgedreht? Auf das richtige Problem komme ich aber irgendwie doch nicht:
"Ich komm' gerade vom Ultraschall. Es sind zwei!"
Das mit dem Derealisationserleben wird dadurch nicht unbedingt besser. Und bei einer 47-qm-Wohnung im 4. Stock eines Altbaus mit einer Treppenhausbreite von 60cm war schon der Gedanke an ein Kind ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Und nun zwei?
Inzwischen habe ich mich dann aber wieder beruhigt. Schließlich hält der Onlinehandel auch für dieses Problem eine einfache, platzsparende und kostengünstige Lösung bereit:


Von mir aus kann's dann losgehen!