Freitag, 5. Februar 2016

Vom Suchen und Finden Gottes


"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft mach atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg, Quantenphysiker und Nobelpreisträger für Physik 1932

"Wenn wir aufrichtig sind - und Wissenschaftler haben es zu sein - dann müssen wir zugeben, daß Religion nur ein Gewirr aus falschen Annahmen ist ohne jede Stützung durch die Realität. Die Vorstellung von Gott selbst ist ein Produkt der menschlichen Phantasie. […] Wenn Religion immer noch gelehrt wird, dann keinesfalls weil uns ihre Konzepte noch immer überzeugen würden, sondern einfach weil manche von uns die niederen Klassen gerne ruhig halten möchten. Ruhige Menschen sind viel einfacher zu regieren als Lärmende, Unzufriedene. Und sie sind auch viel leichter auszubeuten."
Paul Dirac, Quantenphysiker und Nobelpreisträger für Physik 1933

Und wenn man daraus etwas lernt, dann, daß man der wissenschaftlichen Expertise bei der Beurteilung von Religion auch nicht mehr Bedeutung beimessen muß als einer halbwegs gesunden Portion Menschenverstand.
Das nur, falls mal wieder irgendwo, in der Zeit oder so, irgendein Wissenschaftler mit imposanter Professur für HastDuNichtGesehen seine abgrundtiefsinnige Meinung zu Gott raushauen darf...

Kommentare:

  1. Das ist so eine ambivalente Geschichte.

    Einerseits ist die Katholische Kirche ein Verein der Untoten. Andererseits ist die Religion anthropologisch das Werkzeug des Menschen, sich die Welt anzueignen.

    Zu Zeiten der Aufklärung und der der Französischen Revolution wurde die Kirche offiziell als Herrschaftsinstrument kompromittiert (Dirac).

    Trotz korrekter Erkenntnis bleibt dieser Irrtum: die Tiefgläubigkeit ist fester Bestandteil der menschlichen Seele (Heisenberg), ungeachtet der seit Grundschule gelernten logischen Regeln. Gehört zur seelischen Infrastruktur.

    Die Tiefgläubigkeit lebt fort in Wissenschaftsgläubigkeit, obwohl wir seit Gödel wissen, dass es keine nichttrivialen abgeschlossenen Axiom-Systeme gibt.

    http://home.arcor.de/satyr54/htm/Gedanken/Hexe.htm

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  2. Ich lese zur Zeit ein Buch über Epigenetik, und ich bin immer wieder fassungslos über die wahnsinnig komplexen Abläufe im Zellkern. Wie kann so etwas funktionieren? Wie konnte das entstehen? Auf diesem Weg kann man im Heisenbergschen Sinne am Grund des Bechers auf Gott treffen. Ich hätte jetzt gedacht, dass Herr Nowak so etwas ähnliches sagen will, aber tut mir leid: Es handelt sich um Blafasel, seine Gläubigkeit hat nichts mit der Erkenntnis des Wunderwerks zu tun, das wir "Leben" nennen.

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  3. Da sind wir uns wohl einig, daß der Mensch das Bedürfnis nach einer tieferen Erklärung hat und diese in der Religion finden kann. Aber dieses Bedürfnis nach einer Erklärung sagt noch nichts über deren Wahrheitsgehalt aus. Und die Haltung, dieses oder jenes jetzt einfach zu glauben weil ich das so will, die wird gefährlich wenn sie nicht nur Privatangelegenheit bleibt. Und das bleibt sie nicht.

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  4. @Thomas - Bedürfnis nicht nach Erklärung, sondern nach Identität. Zoon Politikon. Das kulturbildende Bedürfnis, einer übergeordneten Einheit anzugehören. Es sitzt tief und ist Bestandteil des Menschseins.

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