Mittwoch, 8. Juni 2011

Vom Narzissten an den Monomanen

Ein besonders lesenswerter Artikel fand sich kürzlich in der katholischen Tagespost. Selten haben sich Küchenpsychologie, "flexible" Argumentationsweisen und Realitätsverlust geschmeidiger zu einem Text zusammengefunden als hier: Psychologie des antireligiösen Affektes. Wer dennoch keine Lust hat, den ganzen Artikel zu lesen, für den sei die zentrale Aussage kurz zusammengefasst: Religionskritiker sind narzisstisch gestörte Persönlichkeiten, die es nicht verkraften können, daß die Religionen sie in ihren menschlichen Größenfantasien einschränken. Wem das jetzt spontan nicht einleuchtet, der kann beruhigt sein - nach dem Lesen des Textes würde es ihm auch nicht mehr einleuchten. Da es nun die ganze Nacht brauchen würde, all den Unsinn des Artikels im Detail durchzugehen, möge es hier bei einer simplen Überlegung bleiben:
Auf der Welt gibt es ca. 2,1 Milliarden Christen, 1,3 Milliarden Moslems, 0.85 Milliarden Hindus und jede Menge "Sonstiges". Und da diese Religionen sich im Wesentlichen gegenseitig ausschließen, müssen also mehrere Milliarden Menschen zwangsläufig etwas Falsches glauben. Jeder einzelne Gläubige muß nun, zumindest, wenn er seine Religion richtig "verinnerlicht" hat, wie es im Artikel verlangt wird, der Überzeugung sein, daß sein Glaube der richtige ist. Und, verdammt, wie hieß es doch zu Freuds Zeiten noch gleich, wenn jemand unabhängig von rationaler Kontrolle der festen Überzeugung ist, er habe recht und alle anderen unrecht? Ach ja, richtig: Monomanie!
Super, das mit der psychologischen Gruppendiagnose ist wirklich viel einfacher, als man zunächst denken würde!

Kommentare:

  1. Träume sind Schäume

    Vor der Falle warnt die Schrift
    Die heilig war und fast noch ist
    Priester, die nicht mehr verstehn
    Riefen zwei, die nicht mehr wollten gehn
    Der eine lässt die größten Schleicher
    Nur auf Kosten andrer sich bereichern
    Und vom zweiten glaubt die Priesterschaft
    Er habe Großes gar geschafft
    Einen Garten will er bereiten
    Denen, die nicht sein Verbot bestreiten
    Doch als dann mit einemmal
    Zu sparsam war das Finanzkapital
    Wollte in diesem Jammertal
    Die Frucht auch genießen das Sachkapital
    Es ging dahin der Ackerbau
    Denn er war nicht ganz so schlau
    Er gab dem Investor, seinem Gott
    Und die Viehzucht war bankrott
    Schon ergossen sich die Fluten
    Auf alle, die nicht wollten bluten
    Doch wenn die lieben Priesterlein
    Entzaubert sind vom heiligen Schein
    Dürfen aus seligen Träumen erwachen
    Alle, die dann herzlich lachen
    Denn es steht doch in der Schrift
    Was des Geldes Sinn betrifft
    Und der heilige Geist nicht schwindet
    Wenn es im Umlauf sich befindet
    So kommt die Welt erneut in Schwung
    Durch die Geldumlaufsicherung

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

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  2. Nicht nur inhaltlich, auch rhythmisch, klanglich und orthografisch ist dieses Gedicht eine Zumutung. Schönen Dank auch!

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  3. Ich bin also religiös unbeschränkter Narziss? Sehr gut, denn ich wollte noch nie beschränkt sein.
    Ist aber ein gutes Argument, das ich mir merken muss: jeder Gläubige ist beschränkt. Durch die Religion. (Ich habe allerdings viele kennengelernt, bei denen das auch religionsbefreit zutrifft.)

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  4. Götter sind nackte Kaiser und Gläubische sind neidisch, weil Atheisten ausschlafen dürfen, während sie selbst Ritualgymnastik treiben müssen. Das dürfen Küchenpsychologen nennen, wie sie wollen. Außer Schuldgefühle: Davon habe ich definitiv weniger.

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  5. Immer diese Kommentare von militanten Atheisten, die partout nicht einsehen wollen, daß sie einfach nur psychisch gestört sind!! ;-)
    :-)

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