Sonntag, 14. Oktober 2012

Das Wort zum Sonntag


Es spricht
Unterelbische Landesbischofsgeneralvikariatsassistenzanwärterin
Thomasina Steinschneider-Schwartenbeck, Niederschwafeln

Kürzlich, da sah ich einen Automobilisten an einer Tankstelle. Wie vergnügt schien er mir, als er den lustig blubbernden Steinsaft in den Tank seiner bescheidenen aber gepflegten Limousine sprudeln ließ! Fröhlich streifte sein Blick über Gottes schillernden Asphalt, er schien mir zufrieden mit sich selbst, im Reinen mit der Welt.
Doch dann wandte er sich um und richtete seinen Blick auf die Preisanzeige an der Zapfsäule. Sein Antlitz verfinsterte sich augenblicklich. Eine dunkle Wolke schien vor sein eben noch so ausgelassenes Gemüt zu ziehen. Die Erwartung der zu begleichende Rechnung ließ die Lebensfreude aus den feinen Zügen seines Gesichts weichen. Da mußte ich an das Bibelwort, Matthäus 13, 49-50, denken:
"So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen."
Denn sind wir nicht alle wie dieser Kraftfahrzeuglenker? Und ist Gott nicht der Tankwart unseres Lebens? Er ist es, der den Motor unseres Leibes mit Kraftstoff versorgt und unsere Seelen mit Dosenbier nach Ladenschluß. Und solange die Säfte nur munter sprudeln, denken wir da an die Rechnung, die wir Gott gegenüber eines Tages werden begleichen müssen - wenn das Universum endet und wir in den Kassenbereich des Kosmos abberufen werden? Wenn wir aufgefordert sein werden, den Preis zu zahlen für unsere Fahrweise fern von Gottes Straßenverkehrsordnung, dann wird das Heulen und das Zähneknirschen groß sein! Denn Gott akzeptiert keine Kreditkarten. Denken Sie also einmal darüber nach, wie Ihre Seele gerechterweise dereinst in der Feuersbrunst der Hölle brennen wird, für immer und ewig in unermeßlicher Qual und unendlicher Pein! Als gebührende Strafe für all die leichtfertigen Geschwindigkeitsübertretungen des Lebens.
Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen Sonntag.


Das war
Das Wort zum Sonntag

Es sprach
Unterelbische Landesbischofsgeneralvikariatsassistenzanwärterin Thomasina Steinschneider-Schwartenbeck, Niederschwafeln


Und nun viel Spaß bei unserer Reportage!

Kommentare:

  1. Lach!
    Welcher verblendete Idiot glaubt denn noch an einen Gott, der mit Höllenfeuer droht?
    (Gähn)

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  2. Soweit ich weiß, hat der Papst zumindest das Fegefeuer abgeschafft.

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  3. Nun ja, bei den aktuellen Ölpreisen wird Gott sich das nochmal überlegen mit dem Feuerchen. Oder, er ist ja allmächtig, er macht schnell wieder neues Öl aus nichts, kann er ja angeblich. Das werden sich dann aber sofort die Ölmultis unter den Nagel reißen. Und der Teufel. Den hat Gott, der Allmächtige, ja bis heute nicht besiegt.

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  4. Also wenn das mit dem Höllenfeuer in der Bibel steht, dann wird das wohl stimmen. Schließlich würde einen die Bibel doch niemals anlügen!

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