Mittwoch, 29. August 2012

In 10 Schritten gegen die Internetsucht

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, hat sich mal wieder der neuen Volksseuche "Internetsucht" gewidmet. Und sie präsentiert erschreckende Zahlen: In Deutschland sind 560 000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren internetsüchtig! Noch erschreckender ist aber, daß diesen Menschen nicht einmal richtig geholfen werden kann:
"Die vorhandenen Suchtberatungsstellen seien noch nicht in der Lage, Computer-Süchtige ausreichend zu beraten, sie bräuchten dafür eine spezielle Ausbildung, betonte sie."
Das beunruhigt DWüdW, denn Hilfe ist doch so leicht möglich! Mit nur wenigen Einstellungsänderungen an Betriebssystem und Browser können Sie sich selbst kinderleicht und nachhaltig von Ihrer Internetsucht lösen. Wie so oft weiß DWüdW Rat und erklärt die 10 Schritte, um vom Internet loszukommen:

1. Wählen Sie Internet Explorer 7 als Ihren Standardbrowser.

2. Wählen Sie die Option "Jeden Link in einem neuen Fenster öffnen".

3. Deaktivieren Sie den Pop-Up-Blocker.

4. Wählen Sie Systemeinstellungen → Tastatur → Französisch.

5. Wählen Sie Systemeinstellungen → Sprachen → Standardsprache → ISO 8859-8 (Hebräisch)

6. Wählen Sie Systemeinstellungen → Einheiten → Kalender → Indisch National (Nicht erschrecken, Sie sind wieder im Jahr 1934!)

7. Setzen Sie die Firewall-Einstellungen für alle Anwendungen auf "Immer fragen".

8. Wählen Sie die Browser-Option "Vor Akzeptieren von Cookies immer fragen".

9. Setzten Sie die Zeit bis zum Aktivieren des Bildschirmschoners auf den kleinstmöglichen Wert und verlangen Sie die Passworteingabe zur Freigabe.

10. Wählen Sie Henryk Broders Welt-Kolumne als Startseite Ihres Browsers.

Mit diesen Einstellungen sollten Sie bereits nach kurzer Zeit spüren, wie Ihr Interesse am Internet merklich abnimmt. Nach wenigen Tagen werden Sie bereits nervös werden und zu zittern beginnen, wenn Sie nur daran denken, mit Ihrem Computer Online zu gehen. Unter Umständen können die Angstzustände vor dem Internet in den Wochen nach Beginn der Therapie unangenehm stark werden. In diesem Fall empfiehlt DWüdW: Gönnen Sie sich einfach mal wieder einen guten Joint!

Kommentare:

  1. Ergänzend kann man
    11. sämtliche Ausfüllhilfen für Formulare und URLs abschalten und

    12. den Browser so einrichten, dass er sämtliche Cookies sowie die Surfhistorie beim Schließen des Browsers löscht, sodass jeder Cookie bei jeder Internetsitzung erneut abgefragt wird.

    Dann sollte man
    13. jede Art von Offlinebetrieb sperren und keinen Platz zum Speichern von Webseiten einräumen, damit jede Seite bei jeder Internetsitzung vollständig neugeladen werden muss.

    Zuguterletzt sollte man
    14. ein möglichst sicheres Passwort wählen, also schön lang, mit möglichst vielen Zeichenklassen und schwer merkbar, ungefähr so: f8Go+34SQ/8<#LwpYiUl45$weRta9)=e. Das Passwort ist aus Sicherheitsgründen wöchentlich zu ändern.

    Wenn das nicht hilft, sollte man wie früher mit 56K-Modem ins Internet gehen und über die Anschaffung eines alten Röhrenmonitors (grün oder gelb auf schwarzem Grund) mit VGA-Auflösung nachdenken...

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  2. Verbesserungsvorschlag:

    "10. Wählen Sie kath.net als Startseite Ihres Browsers."

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  3. Und wenn man DWüdW-süchtig ist, aber seinen Internetzugang ansonsten ganz normal und gesittet weiter benutzen möchte, was macht man dann?
    gez.
    Unterzeichner

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  4. @gnaddrig:
    Wow, diese Vorschläge lassen schon einige Erfahrung im Kampf gegen die Internetsucht erkennen! Und trotzdem noch Online? Da zweifle ich langsam doch an der Effektivität solcher Methoden...

    @pufaxx:
    kath.net geht im Prinzip auch. Ich muß dabei aber immer an "Das Leben des Brian" denken und loslachen, deshalb bleibe ich persönlich lieber bei Broder.

    @Unterzeichner:
    DWüdW-Sucht ist die schlimmste Ausprägung der Internetsucht - DWüdW, das ist quasi das digitale Crackbadesalz! Ruckzuck ist der User körperlich und psychisch ruiniert, und profitieren tun letztlich nur die Macher von DWüdW. Die gondeln schon jetzt mit ihrer Jacht regelmäßig auf die Cayman Islands, um sich die neuen Kontoauszüge aus dem Automaten zu holen. Hier tun drastische Entzugsmaßnahmen unbedingt not!

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  5. @ Thomas: Das sind nur Gedankenspiele! Ich selbst kann jederzeit aufhören ;)

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    1. Oha, um die DWüdW-Leser scheint es onlinesuchtmäßig ja wirklich besonders schlecht bestellt zu sein! Ich rate dringend dazu, sich mal ein paar ordentliche Schüsse in die Venen zu drücken. Das bringt einen auf andere Gedanken als immer nur Internet, Internet, Internet. Und die Suchtberatungsstellen könnten dann auch endlich wieder mit qualifizierter Beratung zur Seite stehen!

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  6. Danke! Ich versuchte es mit einem Browser ohne AdBlocker. Brachte mich ab von Facebook.

    Was daran so krass sein soll, alle seine Cookies und die Historie beim Schließen zu löschen, ist mir allerdings schleierhaft. Ich kann das seer gut mit meiner Internetsucht fereinbaren, ja, es ermöglicht gar sicheres Surfen.

    Und unsicher mit Drogen, nein, das geht ja mal gar nicht!

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    1. Sicherer wird das Surfen dadurch schon. Aber eben auch umständlicher. Viele Seiten drücken einem beim ersten Besuch gleich erstmal ein, zwei Cookies auf die Festplatte. Wenn man die beim Schließen des Browsers löscht, werden die bei der nächsten Internetsitzung erneut geladen. Und da man Cookies nach Nr. 8 immer von Hand bestätigen muss, kann dadurch - je nachdem, welche Webseiten man so besucht - eine Menge Klickerei anfallen.

      Wenn man die Historie löscht und keine lokale Kopie der Seiten speichert, muss alles jedesmal völlig neu geladen werden, das verlangsamt das Surfen u.U. erheblich. Und man kann nicht mal eben schnell nachschauen, wo man gestern war, sondern muss sich das merken/aufschreiben oder eben neu zusammensuchen. Das macht das Surfen wieder langsamer, umständlicher und nerviger und das Internet weniger attraktiv.

      Das bringt mich übrigens auf einen neuen Vorschlag: 15. Gar keine Favorites verwenden!

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