Sonntag, 17. März 2013

Der Komet aus Guttenbergs Universum

Ach ja, die beiden Kometen dieses Jahr werden hier noch eine Menge Freude machen, das hab ich so im Gefühl. Gestern etwa schrieb der Focus-Redakteur und Zentralgestirn in "Odenwalds Universum", Michael Odenwald einen vierteiligen Artikel auf Focus Online über die beiden interessanten Kometen des Jahres, PanStarrs und Ison. Neugierig machen folgende Zeilen:
„Wie eigentlich immer in solchen Fällen wird es sich in Wirklichkeit um eine unglaublich langgestreckte Ellipse handeln, die sich durchaus ein Lichtjahr weit in den Raum hinaus erstrecken kann“, konstatiert die Internet-Seite „komet-ison“. „Seine Umlaufszeit bemisst sich also vermutlich auf Hunderttausende oder gar Millionen Jahre.“.
Die Adresse der erwähnten Quelle "komet-ison" ist unvollständig, deren Autor ist nicht erwähnt und verlinkt ist sie auch nicht. Aber dafür gibt es vielleicht einen Grund. Und wenn man die "Internet-Seite komet-ison" des Amateurastronomen Stefan Krause sucht und sich durchliest, dann kommt einem einiges bekannt vor - aus dem Focus Online-Text von Michael Odenwald. Denn der hat sich längst nicht nur der beiden oben angegebenen Zitate bedient. Kleine Kostproben? Bitte. Textausschnitte aus dem Focus-Artikel sind in blau, Textstücke aus komet-ison.de in rot:

Die meisten Kometenkerne haben Durchmesser von wenigen 100 Metern bis einigen Kilometern. Größere Brocken können einige Dutzend Kilometer groß sein. Hale-Bopp etwa erreicht rund 50 Kilometer. Entsprechend wurde dieser Komet sehr hell, obwohl er weder der Sonne noch der Erde besonders nah kam.
Die allermeisten Kometenkerne messen jedoch nur wenige hundert Meter bis einige Kilometer im Durchmesser. Dagegen bringt es der Kern von Hale-Bopp (C/1995 O1) auf etwa 50 Kilometer. Entsprechend wurde dieser Komet extrem hell, obwohl er weder der Sonne noch der Erde besonders nah kam.

Der Komet wurde bereits in großer Sonnenentfernung entdeckt und besaß dabei bereits eine gut entwickelte Koma. Sie entsteht durch Gas und Staub, die sich aus dem Himmelskörper bei Annäherung an die Sonne verflüchtigen. Dies weist auf einen überdurchschnittlich großen und aktiven Kometenkern hin.
Die Tatsache, dass ISON bereits in sehr großer Sonnenentfernung entdeckt wurde und dort bereits eine gut entwickelte Koma besaß, deutet jedenfalls auf einen überdurchschnittlich großen und aktiven Kometenkern hin.

Jedes Jahr entdecken Sterngucker Dutzende neuer Schweifsterne
Hinzu kommen die bekannten kurzperiodischen Kometen (ein Umlauf dauert weniger als 200 Jahre), von denen sich fast immer einer oder mehrere in Sonnen- und/oder Erdnähe aufhalten. In aller Regel lassen sie sich nur mit Teleskopen oder lichtstarken Feldstechern beobachten, nur gelegentlich taucht einer als verwaschener Nebelfleck auf, der mit bloßem Auge sichtbar ist. Ein heller Komet mit deutlich ausgeprägtem Schweif ist nur alle fünf bis zehn Jahre zu erwarten.
Jedes Jahr werden inzwischen dutzende, wenn nicht über 100 neue Schweifsterne entdeckt. Hinzu kommen die bekannten kurzperiodischen Kometen, von denen sich fast immer einer oder mehrere gerade in Sonnen- und/oder Erdnähe aufhalten. Doch in aller Regel sind sind sie nur in Teleskopen oder allenfalls in lichtstarken Feldstechern zu beobachten; nur gelegentlich wird einer als verwaschenes Nebelfleckchen so gerade eben für das bloße Auge sichtbar. Ein wirklich heller Komet mit prächtigem Schweif ist im Durchschnitt nur alle 5 - 10 Jahre zu erwarten.

Seit der Urzeit des Sonnensystems schwirren wahrscheinlich Milliarden, vielleicht auch Billionen solcher Körper in der „Oort´schen Wolke“ umher, die sich ein halbes Lichtjahr weit ins All erstreckt
Entstanden sind diese Gebilde zusammen mit dem übrigen Sonnensystem. Seitdem, so nimmt man an, umkreisen wahrscheinlich Milliarden, vielleicht auch Billionen von Ihnen die Sonne in mehr als einem halben Lichtjahr Entfernung in der Oortschen Wolke.

Ein weiteres Reservoir ist der Kuiper-Gürtel, in dem ein Schwarm eisiger Körper jenseits der Neptunbahn kreist. Gravitative Störungen nahe vorbeiziehender Sterne, die Gezeiten der Milchstraße oder die Schwerkraft der großen Planeten reißen gelegentlich einen dieser großen Eisbrocken aus seiner Bahn, so dass er Kurs auf das innere Planetensystem nimmt.
Bewiesen ist inzwischen die Existenz des Kuiper-Gürtels, eines Schwarms eisiger Körper, die außerhalb der Neptunbahn kreisen. Durch gravitative Störungen nahe vorbeiziehender Sterne, die Gezeiten der Milchstraße (Oortsche Wolke) oder durch die großen Planeten (Kuiper Gürtel) wird ab und an ein solcher Eisbrocken aus seiner Bahn gerissen und nimmt Kurs auf das innere Planetensystem.  

Bei seinem Anflug auf die Sonne erwärmt sich der Kometenkern, und das Eis und die gefrorenen Gase sublimieren (das heißt, sie gehen ohne Umweg über die flüssige Phase direkt in die Gasphase über)
Wenn er sich der Sonne nähert, erwärmt er sich und die gefrorenen Gase sublimieren.

Dadurch werden die mit Ihnen verbackenen Partikel freigesetzt und strömen durch düsenartige Poren aus dem Kern. Um diesen bildet sich die Koma als eine bis zu 100 000 Kilometer und mehr durchmessende Wolke. Der Sonnenwind entreißt ihr Gasmoleküle und Staub. Aus ihnen bildet sich der stets von der Sonne weg gerichtete Kometenschweif, der sich bis zu 100 Millionen Kilometer durch den Weltraum erstrecken kann.
Dadurch werden auch die mit Ihnen verbackenen festen Partikel freigesetzt. Um den meist nur wenige Kilometer grossen Eisbrocken, den Kometenkern bildet sich eine bis zu 100000 km und mehr durchmessende Wolke aus Gas und Partikeln, die Koma. Durch den Sonnenwind werden Gasmoleküle und Staub aus der Koma herausgerissen - der Kometenschweif bildet sich. Er kann eine Länge von bis zu 100 Millionen Kilometern erreichen.

So wird aus einem lichtschwachen „schmutzigen Schneeball“ eine imposante Himmelserscheinung.
Aus dem unscheinbaren "schmutzigen Schneeball" ist eine imposante Himmelserscheinung geworden.

Nach ihren Besuchen im inneren Sonnensystem entschwinden Kometen wieder in die Fernen des Kuiper-Gürtels oder der Oort´schen Wolke – sofern sie nicht in die Sonne stürzen, was nicht selten geschieht. Fliegen sie aber unbeschadet davon, kehren sie erst nach Jahrhunderten, Jahrtausenden oder gar Jahrmillionen zurück.
Wenn er nicht in die Sonne stürzt, was durchaus vorkommt, entschwindet der Komet nach seiner Galavorstellung wieder in die Fernen des Kuiper-Gürtels oder der Oortschen Wolke, um erst nach Jahrhunderten, Jahrtausenden oder Jahrmillionen zurückzukehren.

An dieser Stelle habe ich mal mit der Suche nach den Vorlagen des Herrn Odenwald aufgehört. Begeistert bin ich von der journalistischen Leistung beim Focus allemal schon - die Technik des dezenten Umformulierens beherrscht man dort perfekt! Wenn das mal keine Leistung ist, die nach einem besonderen juristischen Schutz verlangt, in diesen harten Zeiten...!

Kommentare:

  1. Hallo Plagiatssucher!

    Danke für die ausführliche Analyse ... ich bin es schon gewohnt, dass aus meinen Seiten direkt oder dezent unformuliert kopiert wird. Ist mir eigentlich auch egal, solange die Quelle verlinkt ist. Ist hier nicht passiert. Habt Ihr den Redakteur vom Locus mal angeschrieben?

    Viele Grüße,

    Stefan Krause
    http://www.komet-ison.de/

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    1. Hallo!
      Nein, ich habe niemanden da angeschrieben. Das war so ein Zufallsfund vor dem Frühstück, bei dessen Dreistigkeit ich einfach gleich mal was rausschreiben musste...
      Na dann mal viel Spaß beim "Nachverhandeln"... :)

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  2. Diese Vorwürfe sind abstrus! Der Locus-Artikel entstand neben meiner Doppelbelastung als junger Familienvater und Politiker in mühevollster Kleinarbeit!

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    1. Die Quellenangabe stand eigentlich in einer Fußnote, die aber beim Umformulieren, ähm, wollte sagen Umformatieren versehentlich gelöscht worden sein muss.

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  3. @anonym: Pass bloß auf, dass Dir Frau Merkel nicht ihr vollstes Vertrauen ausspricht, sonst hast Du anschliessend genug Zeit, Dich um die Familie zu kümmern.

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