Mittwoch, 13. Januar 2016

Das Böse unter uns

Im Jahr 2015 sind laut Bundesinnenministerium 1 091 894 neu eingetroffene Menschen in Deutschland als Asylsuchende registriert worden.

Die Stadt Köln hat 1 039 488 Einwohner (Stand 30.6.2014).

2015 ist also ziemlich genau die Bevölkerung einer Stadt wie Köln als Schutzsuchende in Deutschland eingetroffen. Passen diese Menschen zu uns? Sind das nicht womöglich überwiegend Kriminelle, die unser Wertesystem nicht begreifen oder teilen wollen?

Mal gucken.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2014 für das Stadtgebiet von Köln listet 4 Morde, 21 Fälle von Totschlag, 199 Fälle von Vergewaltigung oder schwerer sexueller Nötigung und 147 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern auf. Außerdem 1 774 Raubdelikte, 3 406 Fälle schwerer oder gefährlicher Körperverletzung und 22 210 Betrugsfälle.

Im Jahr 2013 waren es 10 mal Mord, 25 mal Totschlag, 198 mal Vergewaltigung oder schwere sexuelle Nötigung, 163 mal Kindesmissbrauch, sowie 1 851 mal Raub, 3 488 mal schwere Körperverletzung und 23 413 mal Betrug.

Für 2012 sind es 10 Morde, 32 Totschläge, 286 Vergewaltigungen, 170 mal Kindesmissbrauch, 1 853 Fälle von Raub, 3 518 schwere Körperverletzungen und 25 344 Betrugsfälle.

Man könnte noch etwas weiter zurück gehen in der Zeit, tut sich aber nicht viel. Die Geschlechtsverteilung unter den Tatverdächtigen ist übrigens auch sehr stabil, es sind immer 74% Männer.

Und damit haben wir doch so eine Vorstellung, wann diese Asylantenflut kriminell ist: Bringen alle 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge zusammen im Jahr nicht wesentlich mehr als so 30 bis 40 Menschen um, Vergewaltigen sie nicht mehr als 200 mal und mißbrauchen sie nicht wesentlich mehr als 150 Kinder, rauben sie nur 1 800 und betrügen sie nur 25 000 mal - und sind dann noch Dreiviertel der Täter Männer - dann passen sie zu uns! Denn dann sind sie im Ganzen weder Heilige noch Monster, sondern ganz normale Menschen wie die, die schon hier sind. Und das Neu-Köln ist nicht krimineller als das alte Köln, das wir haben seit die Südländer kamen es uns an den Rhein bauten.

Das nur mal so als Erinnerung, wenn einmal mehr irgendwo zu sehen oder zu lesen ist, welches Verbrechen aktuell wieder von "als Flüchtling in Deutschland registrierten" Personen begangen worden sei…


PS:
1) Nein, ich will damit die kein Verbrechen verharmlosen, ich halte auch jede der genannten schweren Straftaten für eine zuviel.
2) Ja, ich weiß, daß in Großstädten die Verbrechensraten höher sind als im Mittel der Bevölkerung und daher ein Vergleich mit den bundesweiten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik angemessener wäre. Dabei geht aber die Anschaulichkeit etwas verloren. Wer will, dann einen Abschlag nehmen, die wesentliche Botschaft ändert sich dadurch nicht.

Kommentare:

  1. Sehr nett, dass du dir die Mühe gemacht hast, das Zahlenmaterial aufzuarbeiten. Wobei ich fürchte, die, die es angeht, leben inzwischen so in ihrer eigenen Welt, dass sie auch das nicht anfechten wird.

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    1. Ja, das ist das blöde Gefühl, das man inzwischen hat… Dass es eigentlich sinnlos ist, weil man schon nicht mehr miteinander reden kann. Aber andererseits will man die ganze Hysterie nicht einfach so im Raum stehen lassen… Vielleicht hilft's ja wenigstens bei einigen Unentschlossenen...

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    2. So oder so ist es interessant, die Proportionen mal illustriert zu bekommen. Und die Hysterie nicht unwidersprochen stehen lassen zu wollen finde ich gut, das finde ich auch ziemlich wichtig, sogar wenn man keine konkreten Ergebnisse sieht.

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    3. Hmm, es reduziert das eigene Gefühl der Hilflosigkeit angesichts der ganzen Krakeeler ein bisschen.

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    4. Stimmt. Und man findet dann zum Thema nicht nur Hysterie und Hetze im Internet. Zumindest Unschlüssige kann sowas vielleicht vor dem Abrutschen bewahren.

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  2. Advocatus diaboli16. Januar 2016 um 17:00

    Interessant wäre dann noch eine Aufschlüsselung der Kölner Straftatenstatistik nach "Ausländer" vs. "Deutsche".

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    1. Ja, das wäre interessant. Aber das Bundeskriminalamt schreibt zu diesem Punkt:
      "Die folgenden Übersichten enthalten nur die von der Polizei ermittelten Tatverdächtigen. Die tatsächliche Belastung von hier lebenden Nichtdeutschen im Vergleich zu den Deutschen ist aus mehreren Gründen nicht bestimmbar. Das doppelte Dunkelfeld in der Bevölkerungs- und in der Kriminalstatistik, der hohe Anteil ausländerspezifischer Delikte und die Unterschiede in der Alters-, Geschlechts- und Sozialstruktur stehen einem wertenden Vergleich entgegen (vgl. Seite 79). Außerdem ist zu beachten, dass in der PKS auch nicht das Ergebnis des Strafverfahrens berücksichtigt werden kann. Grundsätzlich ist zu sagen, dass von der deutschen wie von der nichtdeutschen Wohnbevölkerung nur eine Minderheit bei der Polizei als tatverdächtig in Erscheinung tritt und dies meist wegen Delikten mit geringem Schweregrad."

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    2. Advocatus diaboli16. Januar 2016 um 19:38

      Aus Lokalpatriotismus habe ich mir mal die bayerische Statistik angesehen; dort gibt es eine ähnliche Verlautbarung wie oben. Interessant ist, daß von 2013 auf 2014 die Gesamtzahl der Straftaten gestiegen ist, die Gesamtzahl der Straftaten ohne Asylmißbrauch, Verstoß gegen Aufenthaltsauflagen o.ä. dagegen gesunken ist.

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    3. Also, sooo interessant erscheint mir das jetzt nun auch wieder nicht...

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  3. schade....worthülsenartige, realitätsfremde Träumer....Romantik war gestern....

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    1. Was ist denn ein "worthülsenartiger Träumer"? Hermetische Lyrik?

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  4. Advocatus daiboli27. Januar 2016 um 14:09

    Noch ein Nachtrag zur bayerischen Kriminalitätsstatistik:

    https://www.polizei.bayern.de/content/6/4/9/krimstat2014.pdf

    Amüsant ist z.B. Seite 15:

    Weibliche Tatverdächtige (TV) sind an folgenden Delikten relativ hoch beteiligt:
    Verleumdung ohne sexuelle Grundlage § 187 StGB
    Falsche Verdächtigung § 164 StGB (670007 )
    Beförderungserschleichung § 265a StGB (515001 )
    u. ä.


    Auch gibt es skurrile Tatbezeichnungen wie „Sonstige Tatörtlichkeit bei gefährlicher Körperverletzung gemäß § 224 StGB“ (S. 13) und grammatikalische Schmankerl wie „Unterschlagung sonstiger Güter/Sachen gemäß §§ 246, 247 StGB - ohne von Kfz“ (S. 14). Aufschlußreich ist auch folgendes: „So ist das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, bei Frauen wesentlich geringer als bei Männern“ (S. 28, ohne Komma vor als ;) ).

    Im Jahr 2014 gab es in Bayern 825 Vergewaltigungen, davon 233 durch Nichtdeutsche, macht 592 Vergewaltigungen durch Deutsche. Bei ca. 12,5 Mio. Einwohnern mit ca. 10% Nichtdeutschenqoute vergewaltigt im Schnitt jeder 19003-te Deutsche einmal pro Jahr (das ist nicht ganz exakt, da hier mit Fallzahlen und nicht mit Täterzahlen gerechnet wird; das gilt jedoch genauso für die nachfolgende Analyse). Bei ca. 500000 registrierten Asylanträgen von 2015 (das entspricht nicht der Flüchtlingszahl, die liegt meines Wissens ca. doppelt so hoch) könnte sich diese Gruppe demzufolge pro Jahr 26 Vergewaltigungen „leisten“, ohne aus dem deutschen Normrahmen zu fallen. Wenn man unterstellt, daß eine Vergewaltigung durch Asylbewerber/Flüchtlinge größere mediale Resonanz erfährt, haben sie sich bis jetzt auf diesem Gebiet relativ gut gehalten. Meine Vermutung ist, daß die meisten Vergewaltigungen – wie andere körperliche Straftaten auch, z.B. sexueller Mißbrauch und Mord – im engeren Familien- und Bekanntenkreis passieren, und den hat diese Gruppe hier nicht.

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    1. Ja, dieses Polizeisprech hat schon so seine ganz eigene Poesie… Ich bin allerdings der Letzte, der sich über Kommasetzung Gedanken macht! ;)

      Was den Vergleich der Straftaten angeht, so habe ich selbst mit solch groben Abschätzungen mein Problem. Bei vielen Straftaten wird die Täterschaft doch stark vom Alter, Geschlecht oder Einkommen abhängen. Ich stelle mal die gewagte These auf, daß Vergewaltiger sich deutlich häufiger unter jungen Männern als unter alten Frauen finden. Und falls junge Männer unter Flüchtlingen gegenüber alten Frauen überrepräsentiert sind verglichen mit der durchschnittlichen deutschen Bevölkerung, dann wäre alleine dadurch eine erhöhte Rate von Sexualdelikten gegenüber der deutschen Bevölkerung erklärbar.
      Ebenso vermute ich mal, daß Straßenräuber in der Einkommensgruppe über 100000 EUR/Jahr unterrepräsentiert sind, verglichen mit der Einkommensgruppe unter 12000 EUR/Jahr. Bei Steuerdelikten würde ich einen umgekehrten Trend erwarten. Und ich vermute weiter mal, daß unter Flüchtlingen die Einkommensgruppe 100000+ gegenüber der deutschen Bevölkerung deutlich unterrepräsentiert ist…
      Direktes Vergleichen ist also nicht so einfach. Und es stellt sich auch die Frage, was eigentlich eine besorgniserregend erhöhte Kriminalität ist? Eine Variation um einen Faktor 2 in der Verbrechensrate (pro Kopf) findet sich mitunter leicht zwischen Groß- und Kleinstädten. Bayern ist im Bundesschnitt eher harmlos, NRW (viele Ausländer!) und Sachsen-Anhalt (wenig Ausländer!) sind überdurchschnittlich kriminell...

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  5. Ich bin auch grundsätzlich gegen die aufkommende Hysterie.
    Aber deine Analyse wäre glaubwürdiger, wenn du bei der Kölner Jahresstatistik zum Vergleich auch die Fallzahlen der Flüchtlinge auf ein Jahr hochrechnest. Denn die meisten Flüchtlinge sind doch noch kein Jahr hier.

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