Freitag, 9. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (9)

Wieder einmal kurz und knackig die heutige Google-Suche

am strand pinkeln*

Das Pinkeln selber funktioniert am Strand natürlich genauso wie überall sonst. Aber vermutlich ging es dem Suchenden hier gar nicht um die Biologie, sondern er sorgte sich vielmehr wegen des "Bußgeld-Hammers auf Mallorca": harte Strafen fürs Herumgepinkel in dafür nicht ausgewiesenen Bereichen. Damit Sie im Urlaub keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen, listet DWüdW hier die Konsequenzen auf, mit denen Sie zu rechnen haben, wenn Sie in verschiedenen Ländern am Strand pinkeln.


Deutschland. Zwei uniformierte Ordnungsamtsmitarbeiter mit übergeworfener gelber Warnweste werden Sie belehren, daß das Urinieren am Strand eine Ordnungswidrigkeit gemäß der StraVerorUrinSand, Abschnitt III, § 23 Abs. 3 in der überarbeiteten Fassung vom 30.2.2007 darstellt. Was sind Sie nur für ein Vorbild für die Kinder! 50 € Geldbuße. Eventl. tauchen Sie verpixelt im RTL2-Programm auf.

Italien. 'nen Zwanziger ohne Beleg und die Sache ist erledigt...

Großbritannien. Warm, schal und leicht schaumig? Dann behaupten Sie, sollten Sie erwischt werden, einfach, Sie hätten bloß aus Versehen Ihr Bier verschüttet. Den Unterschied wird eh' keiner ohne Laboranalyse nachweisen können.

Frankreich. Das Urinieren in den öffentlichen Raum ist hier gesellschaftlich akzeptiert. Wenn Sie's nicht glauben, atmen Sie mal in einem beliebigen Pariser U-Bahnhof tief ein!

Saudi-Arabien. 300 Peitschenhiebe. Das Problem ist hier aber nicht das Pinkeln selber, sondern daß Sie ihre Genitalien schamlos vor nicht mit Ihnen verwandten Steinen und Sand entblößt haben.

Griechenland. Als Deutscher müssen Sie hier mit keinen Problemen rechnen. Dank der vielen konstruktiven Ratschläge zur griechischen Staatskrise ("Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen!", "Hört auf zu Randalieren und geht Arbeiten, ihr Pleite-Griechen!") und den Bemühungen, ihnen wieder ihre Drachme zurückzugeben, werden Sie eh' nicht bis zum Strand durchkommen.
Was alle anderen angeht, so wird darüber nachgedacht, Ordnungswidrigkeiten künftig zu ahnden, indem man zum Kauf einer griechischen Staatsanleihe verpflichtet.

Spanien. In Katalonien: 1500 € Strafe. Sonstiges Spanien: Wen interessiert's schon, wo Sie hinpinkeln?


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (8)

Unter den faszinierenden Suchanfragen des Jahres fand sich auch die Folgende:

physik pervers*

Nun sollte es jedem der sich noch an die eigene Schulzeit erinnern kann klar sein, daß Physik schon irgendwie pervers ist mit ihren Reibungskräften und Stoßgesetzen. Wie schlimm die Lage allerdings wirklich ist, das war auch der DWüdW-Redaktion nicht bewußt, bis dann der Chefredakteur in der Teeküche mit dem Leiter der DWüdW-Forschungsgruppe "Wirklich Widerliches in Wissenschaft und Wirklichkeit" (WiWiWiWi) plauderte. Sofort danach machte sich dann die Task-Force "Höhlenforschung" an die Suche nach den perversesten physikalischen Forschungsarbeiten, die je in Fachjournalen veröffentlicht wurden.
Und hier sind sie, die Top-Fünf-Ergebnisse aus den physikalischen Wissenschaften, gewichtet nach den persönlichen, wild galoppierenden Fantasien der DWüdW-Redaktion!


Platz 5:
Angesichts des Frauenmangels in der Physik sollte man das Problem, lokal Kontakte zwischen zwei oder gar drei Körpern zu realisieren, nicht unterschätzen:

Local realizations of contact interactions in two- and three-body problems
von Kruppa, Varga und Révai, Physical Review C, 63, 064301 (2001) [link]



Platz 4:
Apropos Frauenmangel... Manchmal muß der Forscher sich mit dem begnügen, was in Reichweite liegt:

Cavity expansion and penetration resistance in sand
von Salgado, Mitchell und Jamiolkowski, Journal of Geotechnical and Geoenvironmental Engineering, 123, 344 (1997) [link]



Platz 3:
Ob beim "hole doping" wohl zur Zahnbürste gegriffen wird? Und wer finanziert eigentlich Forschungen zur "London penetration depth"?

Effect of hole doping on the London penetration depth
in Bi2.15Sr1.85CaCu2O8+δ and Bi2.1Sr1.9Ca0.85Y0.15Cu2O8+δ
von Anukool et al., Physical Review B, 80, 024516 (2009) [link]



Platz 2:
Wäre ja nur halb so pervers, wenn's um die Exploration der Venus ginge:

Mars-96 mission: Mars exploration with the use of penetrators
von Surkov und Kremnev, Planetary and Space Science, 46, 1689 (1998) [link]



Und der glasklare Sieger:
Platz 1:
Exotic hairy black holes
von Buchel und Pagnutti, Nuclear Physics B, 824, 85 (2010) [link]

Was soll man dazu noch sagen? Wer voll auf Lösungen für Schwarze Löcher in asymptotischer AdS4 -Raumzeit mit skalaren Haaren abgeht, der wird bei dieser Lektüre garantiert nicht einschlafen!

Und wer jetzt angefüttert ist und mehr braucht: hier geht's dann richtig los!


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (7)

Bei allem Geschiele auf den Unterleib an dieser Stelle sollten wir zumindest ab und an mal innehalten, um uns den wirklich bedeutsamen Fragen des Lebens zuzuwenden. Etwa der Google-Suche:

was für ein wort mit r am anfang und p am ende gibt es noch?*

Wer kennt es nicht, das Gefühl von einem vermaledeiten Kreuzworträtsel in den Wahnsinn getrieben zu werden? Und natürlich wollte DWüdW sofort helfen und das Problem an die kompetente Forschungsgruppe "Rap, Reimgestrüpp und Relativitätsprinzip" (RaReRe) weiterreichen. Doch das war nicht so einfach. Der zuständige Arbeitsgruppenleiter Ralp Rürup war krankgemeldet. Ein Rachenpolyp beunruhigte seinen Arzt, der ihn mit dem Rhinoskop untersuchen wollte. Und der Rest der Forschungsgruppe folgte seinem Reisetipp und befand sich auf einem Rundtrip zur Rossalp, um am dortigen Radioteleskop die Fertigstellung ihres jüngsten Gedichtbands "Der Riesenzyklop und das Radonisotop" exzessiv mit Rübensirup aus dem Reiseshop zu feiern. Doch selbstverständlich willigte der Rettungstrupp für den Rätseldepp sofort ein, im Rechtsgalopp nach Hause und zur Hilfe zu eilen. Doch kaum waren die Experten hier angekommen, noch immer recht salopp in Rioslip und Rüschchentop, dann der Riesenflop:
Es viel ihnen einfach kein weiteres Wort mit "r" am Anfang und "p" am Ende ein!
Vielleicht haben wir ja bei der nächsten Anfrage wieder mehr Erfolg...


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (6)

Ja, das Interesse an dieser Thematik scheint groß:

sexualverhalten des österreichers*

Lange hat die DWüdW-Redaktion diskutiert, ob diese Google-Suche noch kurzfristig in den Adventskalender aufgenommen werden sollte. Und am Ende fiel der einstimmige Entschluß: Ja, sie sollte. Denn sind wir mal ehrlich, der Österreicher ist sexy! Er hat alles, um bei uns Nicht-Österreichern Fantasien zu wecken - nur wenig weiß man außerhalb Österreichs über sein Sexualverhalten, doch das Wenige, das durchdringt, verkündet von Exotik und Abenteuer. Denn hat schon einmal jemand sexuelle Erfahrung mit einem Österreicher gesammelt? Die DWüdW-Redaktion auf jeden Fall nicht, und eine eilig gestartete Umfrage unter zwei nicht repräsentativ ausgewählten Frauen (eine Russin, eine Spanierin) ergab ebenfalls eine Sexualkontaktrate von 0%. Doch selbst wenn wir in der umfangreichsten Informationsquelle zum Sexualverhalten der Menschheit nachsuchen, den Onlinepornokanälen, dann lernen wir nicht viel. Zwar finden wir Pornos in den Kategorien "deutsch", "französisch", "spanisch", "japanisch", doch "österreichisch"? Fehlanzeige. Der Österreicher verbirgt sein Liebesleben hinter einem Schleier aus Schweigen. Doch die spärliche Kunde, die zu uns nach außen dringt, ist umso aufregender:
Siegmund Freud und Arthur Schnitzler lassen seelische Abgründe erahnen, John Irving berichtete von abenteuerlichen Kontakten zu Wiener Prostituierten und Andreas Bitesnich macht mitunter Fotos, von denen man seinen Blick nicht zu lösen vermag. Und bei dem, was der Österreicher, sofern er über einen tiefen Keller verfügt, mit seinen Töchtern und Nachbarinnen anstellt, erwachen in uns schaurig-abgründige Fantasien, gegen die selbst die Schriften eines Marquis de Sade blass wirken.
Kein Zweifel, Österreich, das sind geheimnisvolle 1001 Nacht direkt vor unserer Haustür!

Doch wie jetzt als Außenstehender einen Blick hinter den Schleier erhaschen? Wie sich einen objektiven Eindruck vom verborgenen wahren Sexleben des Österreichers verschaffen? DWüdW weiß Rat: Google. Suchen wir einfach mal nach sexuellen Begriffen und sehen, wieviele Treffer wir finden. Allerdings tun wir dies mit der erweiterten Suche nach Ländern aufgeschlüsselt, wir lassen uns etwa nur Treffer aus Österreich auflisten und vergleichen mit der Trefferzahl nur aus Deutschland oder nur aus der Schweiz. Und wenn wir annehmen, daß eine hohe Trefferzahl innerhalb eines Landes auf großes Interesse der Bevölkerung schließen läßt, dann können wir hoffen, auf diese Weise einen Eindruck von den Vorlieben der Österreicher im Vergleich zu den Schweizern und Deutschen zu bekommen. Natürlich müssen wir vor der Interpretation die absoluten Trefferzahlen noch durch die Bevölkerungszahl des Landes (für die Schweiz: deutschsprachiger Anteil an der Bevölkerung) teilen, um nicht von Größenunterschieden beeinflußt zu sein. Vergleichen wir also die Anzahl der Google-Treffer pro Einwohner:

1 - Stellungen
Von wo mag's der Österreicher? Suchen wir also etwa nach "Missionarsstellung", "Hündchenstellung" und "Löffelchenstellung" und vergleichen die Trefferzahlen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland pro Einwohner:

Ganz klar, Deutschland und die Schweiz interessieren sich für die Missionarsstellung. Bei den Schweizern scheint das Interesse an anderen Positionen besonders gering zu sein. Ganz anders hingegen der Österreicher! Er interessiert sich eindeutig für eine spritzige Überraschung von hinten.

2 - Zubehör
Was interessiert die Deutschen, Schweizer und Österreicher so als Zubehör in intimen Momenten? Suchen wir einmal nach "Vibrator", "Liebeskugeln" und "Gleitcreme":

Und wir stellen fest, das absolute Interesse an Spielzeug nimmt von Deutschland über die Schweiz zu Österreich hin ab. In Österreich scheint man lieber mit dem auszukommen, was die Natur bereitstellt. Interessant ist aber das im Vergleich zu Deutschland und Österreich auffallend große Interesse der Schweizer an Gleitcreme...

3 - Interessen
Zuletzt werfen wir zur Abrundung unseres Bildes noch einen Blick auf die speziellen Interessen der Deutschen, Schweizer und Österreicher. Wenden wir und den Themen "SM", "Analsex" und "Natursekt" zu:

Und hier erst mal einmal Respekt für die Schweizer! Ein so überwältigendes Interesse an SM hätte DWüdW gar nicht von ihnen erwartet. Vielleicht sollte man mal sehen, ob man nicht noch schnell einen kleinen Silvesterurlaub in der Schweiz buchen kann... Oder bedeutet "SM" dort womöglich etwas ganz anderes?
Ansonsten sehen wir, daß die Deutschen im Analsex ganz vorne liegen, und das Interesse an Natursekt in allen drei Ländern etwa gleich ist. Somit scheint der Österreicher keinen besonders ausgefallenen Hobbies zu frönen.

Fazit
Fassen wir also unser Wissen über das Sexualverhalten des Österreichers zusammen. Der Österreicher mag's von hinten. Auf Exotisches scheint er nicht so sehr zu stehen. Spielzeug und Gleitcreme braucht er nicht, sondern er kommt am liebsten mit dem aus, was Mutter Natur ihm zur Verfügung gestellt hat. Und das scheint auch genug zu sein: Die Treffer pro Einwohner für "Impotenz" liegen für Deutschland bei 0,013, für die Schweiz bei 0,0074 und für Österreich bei nur 0,0036.
Felix Austria!


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Montag, 5. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (5)

Die Google-Suche, die uns heute umtreiben soll, ist:

sex mit ekligem typ*

Und heute ist der Chefredakteur der Wahrheit über die Wahrheit zum ersten Mal in dieser Serie wirklich fassungslos. Wieso um alles in der Welt führt eine Google-Suche nach Sex mit einem ekligen Typen ausgerechnet auf seine Seiten? Bloggt denn Kai Diekmann nicht mehr? Und überhaupt, weshalb sucht man denn im Internet nach Sex mit ekligen Typen? Ist der eigene Ehemann weggelaufen? Hat das Priesterseminar geschlossen?
Aber was soll's, jeder muß ja schließlich selbst am besten wissen, was er so braucht. Beschränken wir uns hier auf unseren Dienstleistungscharakter und präsentieren dem Leser mit interessanten Interessen die Top 3 Orte, um Sex mit ekligen Typen zu haben!

Platz 3:
Praxis für Eigenurintherapie
Sie brauchen dufte Typen und vertragen selbst auch mal einen kräftigen Schluck Exotik? Dabei soll's aber auch immer ganzheitlich und ohne Chemie zugehen? Dann versuchen sie mal ihren örtlichen Wunderheiler aus der Eigenurinecke!
Bester Anmachspruch: "Ich trinke immer nur direkt aus der Quelle!"

Platz 2:
JuLis-Kongress
Sie brauchen es ekliger? Und stehen auf picklige Burschen mit geschwollenem Ego im Polohemd, bei denen sich Ihre Leistung endlich wieder lohnt? Es macht Sie geil, Sex auf der ausgebreiteten Financial Times Deutschland zu haben, damit die Ledersitze in Papas BMW keine Spermaflecken bekommen? Dann besuchen Sie doch einmal einen Kongress der JuLis!
Bester Anmachspruch: "Ich brauch's niedriger, einfacher und gerechter!"

Platz 1:
Pastor-Fliege-Seminar
Für Sie muß es so richtig, also wirklich richtig eklig sein? Dann besuchen Sie ein Seminar von Pastor Fliege! Alles Weitere sei Ihrer Fantasie überlassen. Doch Vorsicht! Hier würde selbst Charlotte Roche Ekelschauder bekommen.
Bester Anmachspruch: "Die Stimmen haben mir gesagt, nur die wahre Fliege-Essenz kann mich von meinen Chlamydien befreien!"


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (4)

Ein besonders dramatischer Hilferuf erreichte dieses Jahr DWüdW:

hilfe meine denkprozesse laufen zu langsam*

Sofort wurde dieses Problem an DWüdW-Forschungsgruppe "Religion, Rudimentäre Rationalität und Rumgeseire" (ReRuRaRu) weitergeleitet, die dazu nicht einmal lange forschen mußte, beschäftigt sie sich doch seit Jahren mit Problemen dieser Art. Der Leiter der Forschungsgruppe, Thomas S., erläutert:

"Immer wieder erreichen uns Anfragen besorgter Menschen, die mit den Leistungen ihrer Denkprozesse unzufrieden sind. Dabei ist Abhilfe so leicht möglich! Das Erste, was sie dazu begreifen müssen, ist einfach: Denken wird ohnehin dramatisch überschätzt. Nehmen Sie sich doch einmal selbst. Können Sie mehr Fields-Medaillenträger oder DSDS-Kandidaten namentlich aufzählen (alternativ: wissen Sie, was die Fields-Medaille oder was DSDS ist)?
Kennen Sie mehr Werke von Elias Canetti oder Charlotte Roche (alternativ: kennen Sie- ach, was soll's...)? Sehen Sie? Wenn Sie die Bedeutungslosigkeit von gedanklichen Leistungen einmal begriffen haben, bezeichnen wir Experten Ihren Zustand als "clear". Diesen Zustand können Sie noch kostenlos erreichen. Für alle weiteren Entwicklungsschritte bieten wir Ihnen nicht ganz billige, aber unbedingt lohnende Kurse an. Über diese Kurse erreichen Sie dann:

OT ("Operierender Totalschaden")1:
Menschen der Stufe OT1 haben die Unwichtigkeit des Denkens begriffen und bringen ihren dumpfen und unausgegorenen Seeleninhalt bereits erfolgreich unter die Massen. Allerdings können sie sich innerlich noch nicht ganz von dem Drang zum Gedanken befreien und verstecken ihr unsinniges Geschwätz hinter pseudowissenschaftlichem Herumlavieren, um ihm den Anschein von Tiefsinn zu geben. Beispiel für OT1: Thilo Sarrazin.

OT2:
Hat ein Mensch OT2 erreicht, dann hat er sich im Herauskotzen seiner Meinung völlig von sinnvollem und zusammenhängendem Argumentieren befreit. Er weiß, Logik bietet nur unnötige Angriffsfläche für Kritiker und wird vom Adressaten sowieso nicht erwartet. Also schlägt der OT2 rein polemisch auf alles ein, was ihm inkompatibel mit dem Inhalt seines Dickdarms erscheint. Beispiel für OT2: Henryk Broder.

OT3:
Der OT3 hat seine Befreiung vom Denken von der reinen Verbreitung seines Wortmülls erfolgreich auf seine Wahrnehmung erweitert. Nun erscheint ihm alles, schon bevor es geschieht, als eine Bestätigung seiner Weltsicht. Nur noch wenige Menschen erreichen die Stufe OT3, sie gilt aber aus Voraussetzung für die Bischofsweihe und den FDP-Vorsitz.

OT4:
Die höchste Stufe. Nur der OT4 hat jede geistige Tätigkeit komplett eingestellt und bekommt im Gegenzug alles, was man sich nur wünschen kann: Geld, Ruhm und Frauen; er ist zu überragenden Leistungen in der Musik, Literatur und Sozialkritik fähig. Einziges bekanntes Beispiel für OT4: Dieter Bohlen.

Verspüren Sie also eine Unzufriedenheit mit Ihrem Denken und Leben, dann zögern Sie nicht länger und fragen Sie DWüdW nach unseren Kursangeboten auf dem Weg zu OT4! Und keine Sorge sollten Sie etwas knapp bei Kasse sein. Wir bieten für unsere Kurse interessante Finanzierungsmodelle über Schneeballsysteme und den Verkauf von Werbebroschüren an!"


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Samstag, 3. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (3)

Heute widmen wir uns einer heiklen, ebenso privaten wie zugleich auch sozial bedeutungsvollen Google-Suche:

ich kenne nicht den vater meines kindes*

Nach intensiver Prüfung ihres Sexualverhaltens im Jahre 2011 kann die DWüdW-Redaktion mit absoluter Bestimmtheit sagen, daß sie fast nicht als Vater infrage kommt (es gab da nur zwei, drei kleinere Filmrisse, über die keine als zuverlässig bzw. als realistisch einzustufenden Informationen eingeholt werden konnten). Aber natürlich wollen wir die betrübte Suchende nicht mit solch einer dürftigen Antwort alleine lassen. Zumindest wollen wir ihr eine Möglichkeit bereitstellen, die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, mit der eine Person der Vater ihres Kindes ist. Also wurde dieses Problem an die DWüdW-Forschungsgruppe "Statistik, Stochastik und Stupide Studien" (StaStoStuStu) weiter gereicht. Der Leiter von StaStoStuStu, Thomas Ste., faßt die Ergebnisse der intensiven Forschungen auch für den Laien verständlich zusammen:

"Hier handelt es sich um ein typisches Problem für die Bayesische Statistik. Nehmen wir uns also das Bayestheorem her: Die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis A unter der Annahme, daß das Ereignis B eingetroffen ist, p(A|B), ist gleich der Wahrscheinlichkeit für das Ereignis B unter der Annahme, das das Ereignis A eingetroffen ist, p(B|A), multipliziert mit der Wahrscheinlichkeit für das Ereignis A, p(A), und dividiert durch die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis B, p(B):
p(A|B) = p(B|A) * p(A) / p(B)
Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht. Denn in unserem Problem ist Ereignis A gleichbedeutend mit "Die Person ist Vater meines Kindes" und B mit "Ich hatte Geschlechtsverkehr mit der Person". Dann wollen wir wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Person Vater meines Kindes ist, unter der Annahme, daß ich mit dieser Person Geschlechtsverkehr hatte. Also suchen wir gerade p(A|B). Und um dies zu berechnen, müssen wir nur die drei Wahrscheinlichkeiten auf der rechten Seite der Gleichung finden.
p(B|A) ist dabei ganz einfach. Es ist ja die Wahrscheinlichkeit, daß ich mit der Person Geschlechtsverkehr hatte, wenn diese Person der Vater meines Kindes ist. Und diese Wahrscheinlichkeit ist natürlich (in sehr guter Näherung) gleich eins. Also wird die Gleichung noch einfacher:
p(A|B) = p(A) / p(B)
Die Wahrscheinlichkeit dafür, mit einer Person Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, p(B), ist nun allgemein nicht so leicht zu bestimmen. Die beiden Grenzfälle dieser Wahrscheinlichkeit sind nach berühmten französischen Statistikerinnen benannt, die sie zuerst experimentell untersucht haben: Das Johanna-von-Orléans-Limit (p(B) → 0) und das Carla-Bruni-Limit (p(B) → 1). Wo genau die Googlesuchende zwischen diesen Extremen einzuordnen ist, das ist ohne Kenntnis ihrer Biografie natürlich nicht zu sagen.
Um an dieser Stelle weiter zu kommen, müssen wir also nun einige vereinfachende Annahmen machen. Gehen wir also vom schlimmsten Fall aus und legen das mathematisch einfach zu handhabende Carla-Bruni-Limit zugrunde. Dann müssen wir nur noch p(A), die Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft, bestimmen. Nehmen wir auch hier die größtmöglichen Werte an, die je für eine lebende Person ermittelt wurden, so erhalten wir die folgenden maximalen Wahrscheinlichkeiten für eine Vaterschaft:
Boris Becker: 13%
Justin Bieber: 3%
Martin Walser: 0,7%

Für alle anderen Menschen liegen die Wahrscheinlichkeiten deutlich unter diesen drei Werten. Womit der Suchenden schon ein gutes Stück weitergeholfen sein sollte."


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Freitag, 2. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (2)

Heute beschäftigen wir uns mal mit der schlichten Google-Suche

narzissten zombies*

Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination, sind Zombies doch im Allgemeinen alles andere als narzisstisch veranlagt. Während sie selbst geradezu verwahrlosen, richten sich ihre ganze Aufmerksamkeit und ihr ganzer Appetit allein auf ihre Mitmenschen. Nach langer Recherche konnte DWüdW dann aber doch noch einen Narzissten ausfindig machen, der zwar schon seit geraumer Zeit tot ist, der diesen Zustand aber bis heute konsequent ignoriert und über alle nicht hirntoten Zeitgenossen sabbernd herfällt. DWüdW rekonstruiert die Ereignisse:

Day 1 - Freisetzung
"Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus."

Day 2 - Quarantäne
"Ich bin am Mittwochmorgen erstmalig mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Es ist bekannt, daß ich am Donnerstag nach Afghanistan geflogen bin."

Day 15 - Ausbreitung
"Ich habe gravierende Fehler gemacht."

Day 28 - Auslöschung
"Ich war immer bereit, zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht."



Die Aufräumarbeiten sind angelaufen. Der DWüdW-Chefredakteur trifft sich mit zu Guttenberg in einem Londoner Hotel im District 1. Hier die vollständige Mitschrift des Interviews, soweit es rekonstruiert werden konnte:

DWüdW: Herr zu Guttenberg, Sie sehen anders aus als früher.

Guttenberg: Ausgeschlafener.

DWüdW: Erstaunlich für einen Untoten. Wie fühlt man sich denn so, wenn man als Zombie, eigentlich längst tot, durch die Medienlandschaft torkelt?

Guttenberg: Die momentane Distanz zu den Dingen ist wohltuend. Ich hatte natürlich auch mit einer sehr schweren inneren Erschütterung umzugehen.

DWüdW: Ja, der eigene Tod ist sicherlich eine schwere Erschütterung. Woran merken Sie denn selbst, daß Sie eigentlich tot sind?

Guttenberg: Ich wusste offensichtlich später nicht mehr, welcher Text mein eigener und welcher möglicherweise ein Fremdtext war.

DWüdW: Dann hat Ihr Hirntod also schon vor Ihrem politischen Tod eingesetzt? Gibt es denn noch andere äußere Anzeichen Ihres inneren Ablebens?

Guttenberg: Faktisch war es so, dass es einer reizenden indischen Ärztin in den USA bedurfte, die festgestellt hat, dass ich ohne Brille vollkommen ausreichend sehen kann.

DWüdW: Oha, das klingt in der Tat besorgniserregend. Aber die Frage, die uns nun alle beschäftigt, ist, beabsichtigen Sie trotz Ihres untoten Zustands in die Politik zurückzukehren?

Guttenberg: Ich schließe nichts aus, aber es gibt bislang keine konkrete Intention.

DWüdW: Verstehe. Aber weshalb zeigen Sie mir jetzt Ihr Gebiß? Haben Sie das auch in den USA richten lassen? Herr zu Guttenberg? Was wird denn das jetzt? Herr zu Guttenberg? Herr zu Guttenbeeeee...


An dieser Stelle bricht das Interview mit einem markerschütternden Schrei ab.


28
months
later

Der Deutsche Bundestag hat Freiherr zu Guttenberg zum Kanzler gewählt. Horst Seehofer hat sich gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Überlebender der juristischen Fakultät der Universität Bayreuth in ein Einkaufszentrum in Oberbayern geflüchtet und verschanzt. Auf dem Dach halten sie nach Rettung Ausschau. Noch haben sie genug Munition und Proviant. Doch plötzlich hören sie verdächtige Geräusche aus dem Zeitungsladen. Mit gezückten Jagdgewehren und Feueräxten bewaffnet geht die kleine Gruppe Überlebender Schritt für Schritt in den engen, schummrigen Laden. Eine Neonröhre flackert. Oliver Lepsius, ganz vorne, greift zum Stapel mit der aktuellen Ausgabe von Die Zeit. Er schlägt eine auf. Ein Schrei! Dunkelheit...


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Zur Wahrheit in 24 Schritten (1)

Drucksen wir nicht lange herum, sondern gehen wir lieber gleich beim ersten Türchen unseres kleinen Adventskalenders dahin, wo es wehtut! Ein offenbar ratloser Leser wurde durch die folgende Google-Suche auf dieses Blog gebracht:

anal selbstbefriedigung mit der Zahnbürste anleitung*

Eine kurze Online-Recherche der DWüdW-Redaktion hat gleich ergeben: ja, sowohl Qualität als auch Quantität der Anleitungen zur analen Selbstbefriedigung mittels Zahnbürsten sind im deutschsprachigen Internet in der Tat verbesserungswürdig. Also bildete DWüdW sofort ein TigerTeam, um in Feldstudien und schonungslosen Selbstversuchen die perfekte Anleitung zum optimalen analen Einsatz einer Zahnbürste zu erarbeiten. Leser vor Vollendung ihres achtzehnten Lebensjahres sind aufgefordert, diesen Post an dieser Stelle zu verlassen. Allen anderen seien hier die Ergebnisse der umfangreichen Forschungen stolz in Form von sieben prägnanten und im Stehen niedergeschriebenen Regeln präsentiert:

Regel 1:
Führen Sie die Zahnbürste mit der Stielseite ein, nicht mit der Borstenseite. Zumindest, wenn sie Zahnbürsten der Kategorie "hart" verwenden.

Regel 2:
Mit ein bisschen Gleitmittel geht's gleich viel besser. Zahnpasta ist aber ungeeignet.

Regel 3:
Die gleichzeitige Verwendung von Mundwasser sorgt auch danach noch für ein angenehm minzfrisches Gefühl. Bei Fissuren kann's aber ziemlich brennen.

Regel 4:
Eine elektrische Zahnbürste bringt nicht viel. Zwar vibriert sie schön, aber hauptsächlich am Borstenende (siehe Regel 1), und am Griffende stört das Kabel wirklich ziemlich.

Regel 5:
Männer finden ihre Prostata gleich vorne mittig. Beginnen Sie mit sanft kreisenden Bewegungen. Für den Fall plötzlichen starken Harndrangs halten Sie den Zahnputzbecher bereit.

Regel 6:
Frauen sei für ein optimales Ergebnis ihrer Bemühungen die gleichzeitige Stimulation ihres Genitalbereichs empfohlen. Die gleichzeitige Einführung einer zweiten Zahnbürste Ihres Partners ist aber im Allgemeinen nur ratsam, wenn Sie dies vor ihrem Partner verheimlichen.

Regel 7:
Auch wenn Sie nur die Zahnbürste Ihres Partners verwendet haben und nur den Stiel eingeführt: Bitte spülen Sie die Bürste vor dem nächsten Zähneputzen kurz unter fließendem Wasser ab.

Und nun - viel Spaß im Badezimmer und einen guten Start in eine besinnliche Vorweihnachtszeit!


*An dieser Stelle beantwortet Die Wahrheit über die Wahrheit täglich eine der 24 überraschendsten Google-Suchanfragen, die 2011 Leser auf dieses Blog gebracht haben.